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Plötzlich liegt St. Marcus mitten in der Taiga

Burgwedel Plötzlich liegt St. Marcus mitten in der Taiga

Wie passen Zarenhymne und Sehnsucht zusammen? Ausgezeichnet, wie die Chorgemeinschaft von MGV Germania Wettmar, Concordia Burgwedel und Liederkranz Fuhrbergbei ihrem Konzert gemeinsam mit den Ural-Kasaken in der Wettmarer St.-Marcus-KIrche bewies.

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Dorothee Lotschs Stimme fügte sich bestens in den Chorgesang der Ural-Kosaken.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Wettmar. Dort erklangen am Freitagabend unter dem Titel „Lieder der russischen Seele - Erinnerungen an Alexandra“ Weisen, die ganz anders als das sonst übliche deutsche Kirchenliedgut klangen. Die acht Ural-Kosaken eröffneten das über dreistündige kurzweilige Konzerterlebnis mit russischen Klassikern wie der Zarenhymne. Die Ukrainer entführten ihre Zuhörer zurück bis ins vierte Jahrhundert mit einem Mönchsgebet, das meditative berührende Kraft entfaltete.

Mit Dorothee Lotsch erweiterten die Ural-Kosaken ihre Klangfülle im folgenden Teil. Die Mezzosopranistin vermittelte den mehr als 120 Zuhörern Einblicke in Leben und Werk der Sängerin Alexandra, die als gebürtige Litauerin in den Sechzigerjahren typisch russische Weisen ins Deutsche übersetzte, in „Sehnsucht“ die Taiga besang und sogar mit bilingualen Liedern große Erfolge feierte. Unter anderem präsentierten die Ural-Kosaken ein Alexandra-Stück über einen Schwertkampf, der beide Kämpfer so erschöpfte, dass am Ende nicht sie, sondern der Bajanspieler das Herz des heiß umkämpften Mädchens gewinnt.

Stückwahl und Kosaken fanden so viel Anklang, dass die Pause zum Erwerb von Tonträgern genutzt wurde. Wettmars MGV Concordia, die Chorgemeinschaft MGV Germania Burgwedel und der MGV Liederkranz Fuhrberg überzeugten im dritten Teil mit unter anderen mit ihrer Interpretation von „Morgenrot – Das Lied der Taiga“. Was Pianissimo begann, wechselte in ein mitreißendes Fortissimo. „Schließlich müssen wir ja mithalten“, so Chorleiter Matthias Blazek.

Auch wenn eine Steigerung kaum denkbar war, gelang Vladimir Kozlovsky von den Ural-Kosaken und Blazek ein Husarenstück, als sie den finalen vierten Konzertteil mit allen Sängern und Dorothee Lotsch gemeinsam gestalteten. „Die Macht der Liebe“ glückte dabei so voluminös und eindrucksvoll, dass Blazek selbst im Nachhinein noch Gänsehaut bekam: „Das war das Größte, was ich je als Chorleiter erleben durfte.“ Das Publikum dachte ebenso und belohnte die Sänger mit donnerndem Applaus – auch das kommt in St. Marcus nicht alle Tage vor.

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Fotostrecke Burgwedel: Plötzlich liegt St. Marcus mitten in der Taiga

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Von PATRICIA CHADDE

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