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Erster Spargel lugt aus der Erde hervor

Burgwedel Erster Spargel lugt aus der Erde hervor

Die ersten Stangen schießen: Die 2016-er Spargelsaison beginnt an diesem Wochenende und platziert sich damit in der Mitte zwischen dem 15. März im vorletzten und der ersten Aprilwoche im vergangenen Jahr. Allzu große Mengen erwartet der Fuhrberger Anbauer Jörg Heuer vor Ostern aber noch nicht.

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Darauf haben viele gewartet: Der erste Spargel wird in Fuhrberg geerntet.

Quelle: Martin Lauber

Fuhrberg. Wenn Alt-Bundespräsident Christian Wulff am 
28. April zum offiziellen Saisonauftakt nach Fuhrberg kommt, trifft das den Zeitpunkt, zu dem dereinst der erste heimische Spargel auf den Teller kam. Nur die Kombination von schwarzer Folie und einem darüber aufgespannten transparenten Folientunnel macht den zusätzlichen vorgezogenen Erntemonat heute möglich.

Zwischen den beiden Kunststoffbahnen herrscht bei aktuell bis zu 40 Grad ein eigenes Kleinklima, über Nacht sickert die Wärme in den Spargeldamm bis zur Wurzelkrone des edlen Stangengemüses ein. „Sonne müssen wir haben“, sagt der Fuhrberger Spargelbauer Heuer folgerichtig. Die sei weitaus wichtiger, als was das Thermometer anzeigt. Auch der relativ milde Winter hat dem Spargel Vorschub geleistet. 9 Grad Bodentemperatur zu Heiligabend 2015 – da hatte Heuer schon Sorgen, dass die Winterruhe, die das Gemüse braucht, allzu kurz würde. Aber zum Glück schloss sich eine kühlere Periode an.

Heuer hat einen Trick: Seine Kinder können sich eine Stunde vor dem PC extra verdienen, wenn sie unter die Folie krabbeln und den Stand des Wachstums ermitteln. Fündig geworden waren sie das erste Mal am vergangenen Wochenende. Mittlerweile drücken die Spargelspitzen in kürzeren Abständen von unten gegen die schwarze Folie. So schlug gestern die Stunde der professionellen Stecher, die schon vor Ort sind.

100 Hektar hat der Spargelhof der Heuers – und betreibt darauf gewissermaßen eine Drei-Felder-Wirtschaft, mit der sich der möglichst gleichmäßige Absatz wie auch der Arbeitseinsatz der Saisonkräfte aus Osteuropa halbwegs zuverlässig steuern lässt. Nach den Feldern unterm Tunnel wird wahrscheinlich Ende April unter der schwarzen Folie gestochen. Die Flächen unter weißer Folie, die die Sonne reflektiert statt sie zu absorbieren, sollen Mitte Mai folgen. Heuer hatte 2015 sechsstellig in motorisierte Erntemaschinen investiert, die im Vorwärtsgehen die Folien lüften, um den Spargeldamm fürs Stechen freizulegen. 70 Erntehelfer hat das ihren Job gekostet.

Auch in diesem 13. Jahr seit Beginn des Spargelanbaus bei Heuer geht der Umbau des Betriebs weiter. Für die in der Saison sieben Tage die Woche geöffnete Spargelwirtschaft mit ihren 200 Sitzplätzen ist zurzeit ein eigenes 300 Quadratmeter großes Wirtschaftsgebäude im Bau – mit Küche, Sanitärräumen fürs Personal und Kühlhäusern. Bis vor Kurzem wurde der Kuchen fürs Gastzelt noch in der privaten Küche gebacken.

Am 8. April öffnet die Wirtschaft, Ende April soll der Neubau fertig sein und mit professionellen Strukturen die Arbeitsabläufe auch in der Gastronomie „deutlich runder“ machen. Heuer, ganz Agrarunternehmer, bringt es auf den Punkt: „Die Saison ist kurz und der Spargel unser Motor.“

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