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„Mut haben und machen“

Burgwedel „Mut haben und machen“

Verständnis für den anderen haben: Mit dieser Intention hat das Burgwedeler Interkulturelle Miteinander (IKM) Flüchtlinge aus heutigen Krisenländern und deutsche Senioren an einen Tisch gebracht.

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Großer Zulauf: Viele Migranten und auch etliche deutsche Senioren kommen zum Erzählcafé zum Thema „Flucht und Neustart“.

Quelle: Zottl

Großburgwedel. Einsamkeit, Ausgrenzung, Angst und Sehnsucht nach fehlenden Familienmitgliedern: Es gibt viele Erlebnisse, die heutige Flüchtlinge mit denen teilen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten vertrieben wurden. Zwei Stunden saßen mehr als 30 Menschen verschiedener Nationalitäten beim Erzählcafé im IKM-Treff an der Von-Alten-Straße zusammen. Viele Migranten nutzten die Plattform, um sich den Zuhörern mitzuteilen. „Jeder Mensch verdient, ein gutes Leben zu haben. Mein Sohn ist hier geboren, er gehört hierher“, sagte die 28-jährige Kurdin Ster Yusuf. Sharif Abdo, der am Montag „sechs Monate und vier Tage“ in Deutschland war, kämpft wie viele mit der fremden Sprache. Auch seine Familie, zurzeit noch in Syrien, fehlt ihm. „Viele sind noch sehr durcheinander. Sie wissen nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen in Deutschland“, erläuterte Helferin und Dolmetscherin Gazala Sedick. Auch die anfangs noch ein wenig zurückhaltenden Deutschen begannen später zu erzählen, wie sehr sie unter der Ausgrenzung durch ihre Landsleute gelitten hatten. „Flüchtlinge galten oft als dreckig“, sagte eine Seniorin. Erst persönliche Kontakte, Gespräche, Mut und Menschlichkeit hätten geholfen, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. „Mut haben und einfach machen“, lautete ein Fazit beider Seiten. Die Organisatorinnen Regina Gresbrand und Eleonore von Winterfeld waren von der Resonanz begeistert – und von der Nachwirkung. „Eine Seniorin hat mich nach der Veranstaltung um die Kontaktdaten einer Flüchtlingsfrau aus ihrem Dorf gebeten“, sagt Gresbrand.

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