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Der Funke ist übergesprungen

Burgwedel Der Funke ist übergesprungen

60 Jahre Ehe: Sigrid und Erhard Rohde feiern am Donnerstag ihre diamantene Hochzeit. Seit fast 50 Jahren lebt das Paar in Großburgwedel – sozusagen im zweiten Versuch, was ein ziemlich spektakulärer Teil ihrer Geschichte ist.

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Sigrid und Erhard Rohde feiern heute ihre diamantene Hochzeit.

Quelle: Stephan Hartung

Großburgwedel. Bei ihnen ist der Funke übergesprungen – und das nicht nur ein Mal. Aber der Reihe nach. Im Jahr 1955 lernte der Schlosser Erhard Rohde in der Maschinenfabrik Artos in Unterlüß seine spätere Frau kennen, die im Betrieb in der Buchhaltung arbeitete. Auf einem Betriebfest funkte es dann. "Ich habe sie zum Tanzen aufgefordert und höflich gebeten – wie sich das gehört“, erinnert sich der heute 84-jährige Erhard Rohde.

Am 19. Mai 1956 läuteten in der Heide-Gemeinde schließlich die Hochzeitsglocken. In den kommenden Jahren verbrachte Erhard Rohde viel Zeit im Ausland, war auf Montage in Brasilien, Peru, Ecuador und Mexiko. "Als Buchhalterin wusste ich, dass es dort mehr Geld zu verdienen gibt. Ich musste ihn aber dazu anschubsen, zuerst wollte er nicht“, erinnert sich Sigrid Rohde und lacht.

Die Basis für die Zukunft des jungen Glücks war gelegt, die Kinder Frank, Bettina und Jörg sorgten in den folgenden Jahren für eine echte Familie. Nach der Geburt der Tochter beendete Sigrid Rohde ihre berufliche Tätigkeit, auf Grund des Wechsels ihres Manns zur Firma Bode nach Hannover änderte sich auch der Wohnort.

Und dann sprang erneut ein Funke über – auch wenn die Rohdes darauf gern verzichtet hätten. 1966 bauten sie ein Fertighaus in Großburgwedel, der Einzug stand bevor. Der handwerklich geschickte Erhard Rohde erledigte viele Arbeiten selbst. Doch bei einer routinemäßigen Schweißarbeit passierte es: Ein Funke geriet in die Isolisierung, erst am Tag danach war das verheerende Ausmaß sichtbar. "Ich bin morgens zum Haus gefahren. Vor lauter Rauchschwaden habe ich erst gar nicht erkennen können, dass es unser Haus war“, erinnert sich der Bauherr. Bis auf den Keller blieb kein Stein mehr auf dem anderen. "Wir waren aber gut versichert. Also haben wir an gleicher Stelle ein zweites Mal gebaut – diesmal aber ein Massivhaus“, erinnert sich die 79-Jährige an die damals schwere Zeit, die die Familie noch enger, wenn dieses Wortspiel erlaubt ist, zusammenschweißte.

In ihrem zweiten Haus zogen die Rohdes ihre drei Kinder groß, mittlerweile sind sie fünffache Großeltern. Und zu den Ex-Arbeitskollegen aus Unterlüß besteht bis heute Kontakt. Als Kegeltruppe treffen sich etwa ein Mal im Monat zu gemeinsamem Unternehmungen.

Von Stephan Hartung

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