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Vom Flüchtling zum Sozialarbeiter

Burgwedel Vom Flüchtling zum Sozialarbeiter

Die Brasilien- und Uganda-Hílfe der St.-Paulus-Gemeinde, zu der rund 4000 Katholiken aus Burgwedel und Isernhagen gehören, engagiert sich seit 1994 auch in Kenia. Auch dort sind unbegleitete Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern eine Herausforderung.

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Die 
Vorsitzende der Brasilien- und Uganda-Hilfe, Antonia Heinrich, bewundert eine Laptop-
Tasche. Diese hat ein jugendlicher Flüchtling genäht, der 
in einem von ihrem Verein geförderten Flüchtlingsprojekt in Kenia lebt. Charles Sendegeya berichtet heute beim Flohmarkt der Brasilien- und Uganda-Hilfe in Großburgwedel über die Arbeit dieses Projekts der Organisation Tusa, für die er tätig ist.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel/Isernhagen. Von Charles Sendegeya geht ein Strahlen, eine positive Energie aus. Er wirkt wie Ende 20. Dabei ist es 22  Jahre her, dass er 27-jährig aus seiner in blutige Kämpfe versunkenen Heimat Ruanda nach Kenia fliehen musste. In der Hauptstadt Nairobi kümmert er sich seitdem als Mitarbeiter der Organisation Tusa, die ihn selbst damals aufgefangen hatte, um unbegleitete junge Flüchtlinge aus Burundi, Ruanda und Kongo. „Heute bin ich Sozialarbeiter“, sagt er lachend.

Zurzeit ist Sendegeya in Burgwedel zu Gast, um beim Weihnachtsbasar der Brasilien- und Uganda-Hilfe am Sonnabend, 26. November, von 15 bis 18  Uhr rund um die St.-Paulus-Kirche in Großburgwedel über seine Arbeit zu berichten. Gekommen ist er aber auch, um für seine Arbeit zu lernen – in Gesprächen mit Flüchtlingssozialarbeitern der Stadt und der Region sowie von der Pestalozzi-Stiftung, die in Großburgwedel gestrandete unbegleitete jugendliche Flüchtlinge betreut.

Zwei Dinge beeindrucken ihn besonders: Die aus seiner Sicht schnelle Registrierung samt Ausweispapier gebe Flüchtlingen in Deutschland Rechtssicherheit. Und noch mehr begeistert ihn, welch aktive Rolle die Kommunen bei der Flüchtlingsarbeit spielen.

Auch in Kenia nehme aktuell der Zustrom junger, teils traumatisierter Menschen aus den Nachbarländern wieder zu, wo sie zwischen Armee und Rebellen zerrieben zu werden drohten. Doch ließen in Kenia die staatlichen Strukturen Lücken, die Organisation wie Tusa zu füllen versuchten, berichtet der 49-Jährige. Aktuell kümmern sich bei Tusa rund 100  Ehrenamtliche und eine Handvoll Angestellte – fast alle selbst Geflohene – um 6187 junge Flüchtlinge in 1192 „families“ aus verschiedenen Ländern und Konfessionen.

Über Unterkunft, Verpflegung, Kindergarten und Schulausbildung hinaus richte Tusa den Fokus darauf, dass die junge Generation ein friedvolles Zusammenleben lernt. Gruppentherapie, Friedenserziehung, gewaltlose Kommunikation und das Kennenlernen und Akzeptieren der Spiritualität Andersgläubiger stehen auf der Agenda ganz oben. Außerdem werde vorausgesetzt, dass jeder junge Flüchtling sich für die Gemeinschaft einsetzt.

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