Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Neuer Verein für Drittliga-Handballer der TSG?

Burgwedel Neuer Verein für Drittliga-Handballer der TSG?

Großburgwedels TSG-Drittliga-Handballer wollen sich selbstständig machen. Der unter Vorsitz von Karsten Hoppenstedt in aller Stille gegründete "Handballverein Hannover-Burgwedel" ist bereits ein  "e.V.", ein eingetragener Verein.

Voriger Artikel
Wer spendiert dem KIB-Team
 Holzstühle?
Nächster Artikel
Zeuge lügt, um sich selbst zu schützen

Trainer Jürgen Bätjer (links) und Handball-Abteilungsleiter Karsten Hoppenstedt setzen auf den neuen "Handballverein Hannover-Burgwedel".

Quelle: Mücke

Großburgwedel. Um die Liga-Lizenz in die nächste Saison mitnehmen zu können, ist als Zwischenschritt eine Spielgemeinschaft (SG) zwischen Turnerschaft und neuem Verein unerlässlich. Scheitern die Verhandlungen darüber, "ist der Handball in dieser Spielklasse in Großburgwedel tot", warnt Hoppenstedt.

Gegen den Tabellenführer aus Dessau will das Heimteam von Trainer Jürgen Bätjer sich am Sonnabend teuer verkaufen. Anwurf in der Sporthalle auf der Ramhorst ist um 19 Uhr. Wenn es nach Handball-Urgestein Karsten Hoppenstedt geht, unter dessen Abteilungsvorsitz das Team seit 2010 von der Landes- über die Verbands- und Oberliga in die Dritte Liga Nord durchgestartet ist, wird es wohl die letzte Saison im Trikot der Turnerschaft Großburgwedel sein. "Die Spieler stehen 100-prozentig hinter einer SG", sagt der Handball-Chef. Und Coach Bätjer freut sich schon, "dass wir den nächsten Schritt in Richtung professioneller Strukturen machen."

Aber soweit ist es noch nicht. Augenblicklich liegen auf dem Verhandlungstisch zwei unterschiedliche Vertragsentwürfe für eine gemeinsame Spielgemeinschaft, die spätestens bis Ende April beim Niedersächsischen Handballverband angemeldet sein muss. Uli Appel, Vorsitzender des 2700 Mitglieder starken Gesamtvereins, äußert sich auf NHZ-Anfrage diplomatisch-konstruktiv. Er macht der Mannschaft für ihre Saisonleistung Komplimente und dem Abteilungsvorsitzenden für seine Tatkraft und Expertise: "Ohne ihn gäbe es keinen Handball auf dieser Ebene." Der Schritt zur Bildung einer Spielgemeinschaft (SG) falle in die sportliche Kompetenz der Abteilung mit 270 Mitgliedern. "Am Vorstand der TSG wird es nicht scheitern", sagt Appel. Er betont aber auch: "Noch ist alles offen."

Warum wird Karsten Hoppenstedt, der der Turnerschaft seit mehr als 50 Jahren angehört, Ende der sechziger Jahre mit dem späteren Stadtdirektor Hannes Schönhoff den Handball-Mannschaftsbetrieb initiiert hatte und seit gut 30 Jahren Ehrenvorsitzender der Handball-Sparte ist, warum wird der 79-Jährige jetzt überhaupt zum Separatisten?

Der jahrzehntelange Bürgermeister von Burgwedel sagt, ihm gehe es bei der Neugründung um nicht weniger, als der Stadt das sportliche Aushängeschild und dem Handballnachwuchs der Turnerschaft mit der hochklassig spielenden Mannschaft das sportliche Vorbild zu erhalten. Während die 2. Herren und die elf Jugendmannschaften bei der TSG bleiben sollen, sei der neue Handballverein bereit und in der Lage,"für alle Belange" der Drittliga-Handballer geradezustehen. Dazu brauche man aber Spielraum. Für schnelle Entscheidungen. Und finanziell.

Der aktuelle TSG-Vorstand unter Uli Appel, der im März 2015 die alte Vereinsführung unter Hoppenstedts Ehefrau Karola komplett ablöste, hat von Anfang an andere Saiten aufgezogen: Finanzielle Lasten oder Risiken für die 1. Handball-Herren mit ihrem niedrig-sechsstelligen Personalbudget waren nicht mehr angesagt. Stattdessen bisweilen harte Bandagen.

Karsten Hoppenstedt stellte in der letzten Mitgliederversammlung am 14. März vor 80 TSG’ern drastisch dar, wie er 2015 - als ultimative Bedingung des Vorstands für die Anmeldung der 1. Herren zur 3. Handball-Liga Nord - quasi über Nacht im Urlaub 30.000 Euro als Sicherheit auftreiben musste. Und mit dem aktuellen 2016-er TSG-Haushalt wurden Jürgen Bätjers Team 10.000 Euro Fahrkosten gestrichen.

Das Klima trübte sich – zeitweise – auch anderweitig ein. Als zum Beispiel im vergangenen Herbst die 1. Herren mit der Stadt Burgwedel wegen des Einsatzes von klebrigem Handharz im Clinch lagen und die Hallenreinigung teurer wurde, hätten sich Hoppenstedt, Bätjer und die Mannschaft durchaus mehr moralische und finanzielle Rückendeckung vom Vorstand gewünscht.

Massiv eingetrübt hat sich vor allem aber die finanzielle Lage der Turnerschaft. Möglicherweise kommen sechsstellige Nachforderungen der Sozialkassen für die Altersversorgung ihres 2014 gekündigten Geschäftsführer auf sie zu. "In dieser Situation dürfen wir aus Verantwortung für den Verein kein finanzielles Risiko eingehen", verweist Appel auf den Zwang zur Konsolidierung und die Priorität für Breiten- und Jugendsport - inklusive des Handballs.

"Auch wir wollen den Gesamtverein nicht in die Bredouille bringen", unterstreicht Hoppenstedt. Und er drängt auf ein schnelles Verhandlungsergebnis über die Spielgemeinschaft. Zurzeit könne er weder mit der Mannschaft noch mit Sponsoren einen Vertrag abschließen. Zum Zaudern bleibe keine Zeit mehr.

Kreative Lösungen sind gefragt

Chance, Neuanfang, das Ergebnis von Grabenkämpfen oder Eitelkeiten in den Vorständen der TS Großburgwedel? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Fakt ist: Die Handballer der TSG haben das Ende der Fahnenstange erreicht, strukturell gilt dies ohnehin. Wenn sie den Blick irgendwann einmal auf das obere Tabellendrittel in der 3. Liga werfen wollen, sind kreative Lösungen gefragt, wie sie Trainer Jürgen Bätjer bereits bei der Kaderzusammenstellung gefunden hat. Die Ausgliederung kann auf diesem Weg ein erster Schritt sein, zumal der HV Hannover-Burgwedel für neue Geldgeber sicherlich attraktiv ist.
Auf diesem Weg gilt es, zunächst die grundsätzlichen Probleme zu lösen: Der TSG fehlen der Unterbau, um langfristig auf diesem Niveau zu bleiben, eine Sporthalle, in der sich neue Ideen umsetzen lassen, und die Identifikation. Das sportliche Aushängeschild der Stadt beim Sterben zu begleiten, kann keine Lösung sein. 

von Christoph Hage

doc6p7fa1bm73tlq43eeft

Werden in Großburgwedel die Drittliga-Handballer - hier im Spiel gegen die TSV Burgwedel II - auch in Zukunft noch in Trikots der TSG auflaufen?

Quelle: Bork
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smrsrj94lkigslierm
Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten

Fotostrecke Burgwedel: Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten