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In Kleinburgwedel macht das Handwerk Punkte

Kleinburgwedel In Kleinburgwedel macht das Handwerk Punkte

Die Kleinburgwedeler Metallbaufirma Rosenhagen beeindruckt den Europaabgeordneten Burkhard Balz mit ihren Rezepten für die Gewinnung von Nachwuchskräften, die das Handwerk so dringend benötigt.

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Burkhard Balz (im Bild links) bekommt eine Lektion im Schweißen

Quelle: Martin Lauber

Kleinburgwedel. Neu kostet sie eine Million Euro, die Laser-Werkzeugmaschine, mit der bei Rosenhagen jetzt Metallteile gestanzt werden. Doch noch innovativer als diese (gebraucht beschaffte) technische Neuerrungenschaft wirkt, wie der Kleinburgwedeler Metallbaubetrieb die Zukunft angeht. Nicht hausbacken, sondern mit lebendiger Facebook-Präsenz, Mitarbeiter-App und modernem Gesundheitsmanagement erschließt die Firma sich die Ressource Nachwuchs. Dass sich innerhalb der letzten fünf Jahre die Zahl der Mitarbeiter auf knapp 30 verdoppelt hat und die Firma zum neuen Lehrjahr gegen den Trend zusätzlich vier Auszubildende finden und einstellen konnte, ist nach Einschätzung von Bianca Rosenhagen kein Zufall.
Auf seiner Sommerrundreise hat der CDU-Europaabgeordnete Burkhard Balz jetzt in Kleinburgwedel Station gemacht. Und gestaunt, wie konsequent Bianca und Heiko Rosenhagen Fragen wie Arbeitsmedizin und Betriebsklima in den Mittelpunkt stellen. Für ihr durchstrukturiertes Gesundheitsmanagement war ihre Firma, die unter anderem Treppen, Fenstergitter und Schmiedearbeiten fertigt, bereits 2014 prämiert worden. Zwischenzeitlich hat sie sich auch 2015 als einer der „fittesten Betriebe“ Niedersachsens behauptet und ist aktuell unter den letzten 40 von 4000 für den Mittelstandspreis nominierten Firmen.
Ob die „horizontale Karriereplanung“ wohl Pluspunkt-verdächtig ist, mit der bei Rosenhagen langjährigen Fachkräften eine Perspektive geboten wird? Mit individuellen Fertigkeiten können sie ihr Gehalt aufbessern, das ohnehin oberhalb des Handwerker-Metalltarifs liegt. Auch mit dem trialen System werden zurzeit erste Erfahrungen gesammelt: Für die komplette Zeit von verkürzter Metallbaulehre, Meisterprüfung und Bachelorstudiengang steht eine Nachwuchskraft auf der Gehaltsliste, die sich im Gegenzug verpflichtet hat, nach dem Abschluss mindestens zwei weitere Jahre im Betrieb zu bleiben. Nach Auffassung von Heiko Rosenhagens lohnt sich diese Investition: Von Anfang an profitiere die Firma von der Motivation und Qualität solcher Leute: „Auch das Handwerk braucht Köpfe“, sagt er.
Bei Schulbesuchen trommelt Bianca Rosenhagen regelmäßig für das Handwerk. Balz und dem Wettmarer Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann (CDU) gab sie mit auf den Weg, dass viel Arbeit geleistet werden müsse, um die guten Perspektiven, die Handwerksberufe bieten, ins rechte Licht zu rücken – gegenüber Eltern, aber auch die Lehrerausbildung müsse dringend um betriebliche Praxis ergänzt werden.

Fredermann sagte zu, sich als Mitglied des Burgwedeler Rates dafür einzusetzen, dass auch die neue IGS eng mit Berufsschule und Betrieben kooperiere. Wie Balz auf europäischer Ebene habe er sich einer Entschließung für die Erhaltung der dualen Ausbildung stark gemacht. „Dieses deutsche Erfolgsmodell dürfen und werden wir nicht auf dem Altar europäischer Interessen opfern“, versprach Balz.

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Heiko Rosenhagen (links) präsentiert dem Europaabgeordneten die neue Laser-Stanzmaschine.

Quelle: Martin Lauber
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