Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Diebestour im Dienst-Sprinter

Großburgwedel/Engensen Diebestour im Dienst-Sprinter

Eine „letzte Bewährung“ hat das Amtsgericht Burgwedel einem geständigen Bewährungsversager eingeräumt, der vor einem Jahr an einem nächtlichen Diebeszug in Engensen beteiligt war.

Voriger Artikel
Wie wollen Senioren in Burgwedel wohnen?
Nächster Artikel
Plan B: Stadt rüstet sich für „Notlösungen“

Das Amtsgericht in Burgwedel.

Quelle: Archiv

Burgwedel. Der 35-jährige Hannoveraner hatte nach jahrelanger Arbeitslosigkeit endlich einen Gelegenheitsjob als Fahrer - und legte im Kleintransporter seines Arbeitgebers prompt eine private „Nachtschicht“ in Engensen ein. Im Oktober 2014 steuerte er den Sprinter, während seine beiden Mitfahrer am Lahberg und an der Schillerslager Straße einen Motorroller und ein Fahrrad - Zeitwert: circa 1000 Euro - aufluden. Weil beide Gefährte gesichert waren und hinterher zu Geld gemacht wurden, lag laut Anklage ein besonders schwerer Fall des gemeinschaftlich begangenen gewerbsmäßigen Diebstahls vor, für den das Strafgesetzbuch drei Monate bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe vorsieht. Pech für den 35-Jährigen, dass sein Beutezug via GPS beweiskräftig protokolliert wurde.

Während der Mann sich bei der polizeilichen Vernehmung herauszureden versucht hatte, überraschte er in der Hauptverhandlung mit einem umfassenden Geständnis. Eine Entschuldigung lieferte er mit: „Ich konnte mich damals nicht von meinem kriminellen Partner lösen.“ Mit diesem zusammen hatte er auch schon eine Diebstahlserie hingelegt, für die er nur sechs Wochen vor den Engenser Taten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Doch mittlerweile, so der Angeklagte, habe es „Peng“ gemacht bei ihm. Den Kontakt zu dem noch flüchtigen Kumpan habe er abgebrochen, eine neue Wohnung gefunden, um seine beiden Kinder kümmere er sich regelmäßig, und einen Aushilfsjob habe er auch in Aussicht.

Ein wirklich ernsthaftes Bemühen, sein Leben in den Griff zu bekommen, konnte der Staatsanwalt indes nicht erkennen, die „hohe Rückfallgeschwindigkeit“ spreche gegen eine erneute Bewährung. Er forderte acht Monate Haft.

Amtsrichter Michael Siebrecht hielt dem Wiederholungstäter sein Geständnis zugute: Es habe Respekt verdient, reinen Tisch zu machen. Acht Monate Freiheitsentzug setzte Siebrecht für vier Jahre zur Bewährung aus. 300 Sozialstunden muss der Verurteilte leisten, ein Bewährungshelfer soll ihn bei der Jobsuche unterstützen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6slqn371eautd2w7l5i
Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers

Fotostrecke Burgwedel: Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers