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Droht den Schützenausmärschen das Aus?

Burgwedel Droht den Schützenausmärschen das Aus?

Weil die Polizei nicht mehr jede solche Veranstaltung begleiten wird, ist die Zukunft von Schützenausmärschen und Laternenumzügen ungewiss.

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Wo geht es hin für die Schützenausmärsche? Ende November soll es Klarheit geben.

Quelle: Archiv

Großburgwedel.  Schützen- und Laternenumzüge gehören in den Burgwedeler Ortschaften fest zum Veranstaltungskalender. Doch jetzt droht Ungemach: Die Polizei sieht sich personell außerstande, künftig noch alle Umzüge abzusichern. 

Bei den Schützenfesten könne nur noch für einen Ausmarsch pro Fest eine polizeiliche Begleitung zugesagt werden, heißt es in einem Schreiben der Region Hannover als Untere Verkehrsbehörde vom August. Für die Umzüge zum Scheibenannageln sei dies nicht mehr möglich – woraus die Verkehrsbehörde folgert, dass diese Ausmärsche nicht mehr verkehrssicher durchgeführt und somit „leider auch nicht mehr genehmigt werden können“. Die Burgwedeler Schützenvereine stellen verärgert infrage, ob sie dann überhaupt noch Umzüge organisieren werden. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Zurückzuführen ist die Neuerung auf einen Erlass des Innenministeriums aus dem Juni 2016. Vor dem Hintergrund einer veränderten Sicherheitslage mit zusätzlichen personellen Belastungen sollen Umzüge und Ausmärsche künftig möglichst fernab der Hauptverkehrsstraßen geführt werden, so dass keine Polizeipräsenz zur Absicherung nötig ist. Das Polizeikommissariat Großburgwedel habe vor diesem Hintergrund festgelegt, „dass Ausmärsche zum Annageln der Scheiben polizeilich nicht  mehr begleitet werden“, so Regionssprecher Klaus Abelmann.

Treffen würde das Versagen von Genehmigungen für die traditonellen Umzüge zum Scheibenannageln wohl alle Burgwedeler Schützenvereine. In Großburgwedel beispielsweise marschieren die Schützen am Festwochenende traditionell sonnabends zwischen drei und fünf Stunden durch den Ort, um ihren vier jeweiligen Majestäten die Ehrenscheiben zu bringen.

Das Schreiben der Unteren Verkehrsbehörde vom August ist entsprechend schlecht angekommen bei den Burgwedeler Vereinen, die nun schon überlegen, aus Verärgerung künftig gleich auf alle Umzüge zu verzichten. Man werde sich „nicht am Ring durch die Manege ziehen lassen“, fasste ein Verantwortlicher seinen Ärger in Worte.

Doch die Neuregelung trifft nicht nur die Schützenumzüge: „Mit den Organisatoren von Laternenumzügen versuchen wir Streckenverläufe zu finden, die möglichst keine Landes- oder Kreisstraßen beinhalten. Umzüge in Wohn- und Nebenstraßen können ohne Polizeibegleitung erfolgen“, so der Sprecher der Verkehrsbehörde der Region.

Doch was passiert, wenn die Ortschaft schlicht zu klein ist, um die Laternen nur durch Wohngebiete zu tragen? Die Feuerwehr Engensen hatte für ihren Laternenumzug am 3. November zunächst keine Genehmigung der Verkehrsbehörde erhalten. Einige Telefonate später erhielt Ortsbrandmeister Uwe Balke dann doch noch die Genehmigung – weil die Polizei, die in den Vorjahren den ganzen Umzug begleitet hatte, zumindest zusicherte, die zweimal zu querende Kreisstraße kurzfristig abzusperren.

Doch noch ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit nicht gesprochen. Die Verkehrsbehörde der Region werde mit den jeweiligen Veranstaltern Gespräche führen, „um eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden“, kündigte Regionssprecher Abelmann an –“die aber in jedem Fall eine Entlastung der Polizei mit sich bringt“. Burgwedels Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker erwartet für Ende November Klarheit, und dann werde es wieder ein Gespräch mit den Vereinen geben. 

Dass künftig Feuerwehrleute die Polizei ersetzen, dazu wird es aber jedenfalls nicht kommen: Genau wie an Einsatzstellen beispielsweise nach Verkehrsunfällen dürfe die Feuerwehr auch bei Umzügen und Ausmärschen den übrigen Verkehr nicht lenken, sondern die Marschierenden lediglich nach vorn und hinten absichern, erläuterte Stroker.

Von Frank Walter

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