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Düker: Burgwedel schafft das

Burgwedel Düker: Burgwedel schafft das

Knapp 100 Besucher haben am Freitagabend mit der SPD im Amtshof über die Flüchtlingssituation diskutiert - und bewiesen, dass Burgwedel von einem Stimmungsumschwung noch weit entfernt ist.

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Flüchtlinge steigen am Bahnhof in Lehrte aus einem Zug.

Quelle: Peter Steffen (dpa)

Burgwedel. 37 Unterkünfte gibt es in Burgwedel - mehr als 300 Flüchtlinge leben schon in der Stadt, weitere zehn pro Woche werden erwartet. „Hatten wir am Anfang des Jahres noch das Ziel, das jeder ein Fahrrad und einen Sprachkurs bekommt“, sagte Bürgermeister Axel Düker, „dann geht es jetzt darum, eine Massen- Obdachlosigkeit zu vermeiden.“ Es brauche neue Unterkünfte, mehr Personal und viel Unterstützung von Ehrenamtlichen. Dennoch ist Düker überzeugt: „Wir schaffen das!“

Knapp 100 Menschen waren zur Podiumsdiskussion gekommen. Ist die Stimmung in Burgwedel schon umgeschlagen? Nein. Einzig eine ältere Frau warnte nachdrücklich vor der Islamisierung und der Verdrängung der deutschen Kultur durch die Ausländer - und sie wurde dafür ausgelacht und mit ungläubigem Kopfschütteln aus allen Stuhlreihen bedacht.

Aber auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks auf dem Podium plädierte nicht für offene Arme für jeden, egal wie viele, in welcher Zeit, ob registriert oder nicht. „Es ist eine humanitäre Aufgabe, die wir mit viel Herz erfüllen“, sagte sie. „Aber man darf die Augen vor der Realität nicht verschließen.“ Asylverfahren dauerten zu lange, Plätze in Integrationskursen seien rar, Kommunen gerieten an ihre Grenzen. „Und wir müssen den Menschen, die hier herkommen, auch Chancen bieten können.“ Konflikte in überfüllten Aufnahmelagern dürften nicht die Regel werden. „Eine Willkommenskultur braucht auch eine Ankommenskultur. Wir müssen nicht nur unsere Sprache vermitteln, sondern auch unsere Werte, unser Grundgesetz.“ Welche Gesetze auf Bundesebene gerade auf den Weg gebracht worden sind, um all das zu erleichtern, darüber gab sie einen kleinen Überblick.

„Wir brauchen jetzt sehr viel Geduld, aber das wird werden“, zeigte sich ein Burgwedeler zuversichtlich. Andere fragten, an welchen Stellen sie noch Unterstützung leisten könnten. Wortmeldungen betonten, wie wichtig weitere Sprachkurse - durch Experten, mit Zertifikat - für die Flüchtlinge seien. Andere sorgten sich um die Krankenversicherung der neuen Nachbarn. Wieder andere mahnten an, die Politiker müssten vorsichtig mit ihren kritischen Äußeren seien. Und auch die Abschiebung nach abgelehnten Asylverfahren müsse schneller passieren.

„Wir müssen all diese Menschen nach dem Asylverfahren auch dauerhaft integrieren. Sie brauchen Arbeit und eine Wohnung“, betonte Marks die noch anstehenden Herausforderungen. Aber nach dieser zweistündigen Diskussion, die bis auf eine einzige Ausnahme nie an Sachlichkeit und Willkommenskultur verlor, konnte man die Einschätzung Dükers nur teilen: Burgwedel schafft das.

CDU diskutiert Donnerstag

Auch in der Gemeinde Isernhagen soll in dieser Woche über die Flüchtlingssituation gesprochen werden. Die CDU Isernhagen lädt alle Bürger für Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr in das Restaurant Heinrichs an der Hauptstraße 1 in Isernhagen F.B. ein. Unter dem Titel „Flüchtlingskrise in Deutschland – Wie gehen wir in Isernhagen damit um?“ wird dann auch Yilmaz Baris, einer der Sozialarbeiter für Flüchtlinge bei der Gemeindeverwaltung Isernhagen, für Fragen und detaillierte Informationen zur Verfügung stehen. Der CDU-Ortsverband hofft auf viele Interessierte bei dieser öffentlichen Diskussion.

Von Carina Bahl

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