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Einbrecher erhält fast dreijährige Haftstrafe

Isernhagen/Burgwedel/Garbsen/Lehrte Einbrecher erhält fast dreijährige Haftstrafe

Das Amtsgericht hat einen 35-Jährigen für drei Einbrüche in Kirchhorst und Berenbostel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Einem weiteren Prozess wegen zweier Einbrüche in Lehrte wird der Mann vermutlich entgehen.

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Für seine Einbrüche muss der 35-Jährige lange in Haft.

Quelle: picture alliance / Frank Rumpenh

Isernhagen/Garbsen/Lehrte. Er hatte bei drei Einbrüchen in Kirchhorst und Berenbostel unter anderem Autos, Notebooks, Zigaretten und einen Tresor gestohlen. Dafür hat das Amtsgericht Burgwedel jetzt einen 35-Jährigen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Dass er und sein Anwalt noch im Gerichtssaal auf Rechtsmittel verzichteten, dürfte zur Folge haben, dass ein bereits terminierter Prozess wegen zweier weiterer Einbrüche vor dem Amtsgericht Lehrte eingestellt wird. Der dortige Richter hatte seinem Burgwedeler Kollegen vorab signalisiert, dass er sich bei einer entsprechenden Strafe dies durchaus vorstellen könne.

Im Prozess drängte sich der Eindruck auf, dass der Pole, der keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat und deshalb aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde, Teil einer professionellen Einbrecherbande sein könnte. Der Großteil der Beute ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Nach dem Verbleib eines der entwendeten Fahrzeuge, einem Mercedes Sprinter, befragt, sagte der Angeklagte per Dolmetscherin aus, dass er diesen „auf der Autobahn gelassen“ habe. Wer den Transporter gefahren habe und wie die Beute aufgeteilt worden sei, dazu wollte er nichts sagen.

Den Vorwurf des dreifachen Einbruchs räumte der Angeklagte ein – was angesichts der Beweislast mit DNA-Material und Videos auch nicht verwundern konnte. Gemeinsam mit einem unbekannten Mittäter war er um Weihnachten und ein weiteres Mal Ende März im Gewerbegebiet Erdbeerfeld in Kirchhorst in zwei Betriebe eingebrochen, zudem am 6. April in eine Pizzeria in Berenbostel. Auch der von den Dieben verursachte Sachschaden war beachtlich.

Laut des Angeklagten und seines Verteidigers habe der gelernte Tischler, der sich eine Zeit lang in Deutschland mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten hatte, die Taten begangen, um seine Drogen- und Spielsucht finanzieren zu können. Mindestens 3000, vielleicht auch 3500 Euro pro Monat habe er benötigt. Manches Mal sei er zwei- bis dreimal am Tag in Spielotheken gegangen.

Festgenommen worden war der junge Vater kurz vor dem Jahreswechsel beim Versuch, in eine Zahnarztpraxis in Hannover einzubrechen. Anschließend hatte er in Untersuchungshaft gesessen, bis ihn das Amtsgericht Hannover im März wegen versuchten besonders schweren Diebstahls zu acht Monaten auf Bewährung verurteilte. Dass er nur 20 beziehungsweise 30 Tage später erneut zwei Einbrüche verübte, kam weder beim Richter noch bei der Staatsanwältin gut an. Letztere sprach in ihrem Plädoyer von einer „extrem hohen Rückfallgeschwindigkeit“, und auch Amtsrichter Michael Siebrecht fand in seiner Urteilsbegründung deutliche Worte: „Sie haben sich weder das Urteil noch die Haft zu Herzen genommen.“ Von einer positiven Prognose könne keine Rede sein. Zudem sei von weiteren Einbrüchen auszugehen, „denn die heute verhandelten Taten reichten gar nicht aus zur Finanzierung Ihrer Sucht“. 

Für den frisch Verurteilten ging es in Handschellen zurück in die Justizvollzugsanstalt Sehnde.

Von Frank Walter

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