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Endlich mobil - Hajar Shikho lernt schnell

Burgwedel Endlich mobil - Hajar Shikho lernt schnell

Hajar Shikho freut sich auf ihre neue Freiheit: Eine Großburgwedelerin hat der körperbehinderten Syrerin einen Elektrorollstuhl gekauft. Mit dem will sie nun die Stadt erkunden.

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Simone Behnke und Anika Oppermann freuen sich mit Hajar Shikho über den Elektrorollstuhl.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Die Geschichte in der Nordhannoverschen Zeitung über die kleinwüchsige Frau aus der städtischen Flüchtlingsunterkunft, die die meiste Zeit des Tages auf einer Matratze auf dem Fußboden verbringt, hat die Leser nicht kalt gelassen. Kaum war der Artikel online, wurde in der Facebook-Gruppe "Burgwedel hilft" auch schon die Frage gestellt: Hat jemand eine Idee? Aus der vagen Idee zu helfen ist zwischenzeitlich eine gute Tat geworden.

Hajar Shikho hat sich auf ihrer Matratze aufgesetzt. Sie ist so aufgeregt wie ein Kind vor der großen Bescherung, als Simone Behnke und Feuerwehrfrau Anika Oppermann den "Touring 925 s" in das Zimmer schieben, das die Syrerin sich mit ihrer Schwester teilt. Die 45-Jährige lacht und staunt, als die beiden Frauen Scheinwerfer, Blinker und Hupe des E-Rollis testen. Als ihre Schwester Leyla sie auf den Rollstuhl trägt, nimmt sie unerschrocken auf dem Ledersitz Platz - stolz wie ein Kapitän am Steuer.

Mutig und neugierig stellt sich Hajar Shiko, die seit 2011 selbst auf Krücken nicht mehr laufen kann, der Herausforderung, sich bald endlich wieder selbstständig fortbewegen zu können. 15 Kilometer Reichweite schafft der Akku des Elektrorollstuhls. Einige vorsichtige Versuche mit dem Hebelchen auf der rechten Armlehne, und die zwei 24-Volt-Motoren und die großen Lenkräder hinten gehorchen. Schon surrt der "Touring 925 s" rückwärts in die "Parklücke" zwischen zwei Stühlen.

Den schweren Rollstuhl durch zwei enge Türen auf den Flur zu manövrieren, dazu gehört indes schon viel Fingerspitzengefühl. Aber Hajar Shikho schafft auch das. Als sie endlich in der Eingangshalle der Unterkunft die erste Runde dreht, klatschen alle: Schwester und Cousine, Sozialarbeiter Otto Krull - und Simone Behnke, die mit ihrer Physiotherapiepraxis Physis den Rollstuhl gespendet hat.

Beim Transport des über Ebay ersteigerten Gefährts half die  Feuerwehr Isernhagen, die mit Behnke, der Urheberin des Netzwerks Burgwedel, schon 2013 bei der Hilfsaktion für Opfer des Elbe-Hochwassers zusammen gearbeitet hatte. Für die vielen "Dankeschöns" von Hajar Shikho hat die Rollstuhl-Spenderin kein Ohr, nur einen Tipp:  "Du musst nicht zu schnell fahren, sonst gibt's ein Strafmandat."

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