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Alle Unternehmer sollen an einen Tisch

Burgwedel Alle Unternehmer sollen an einen Tisch

Eine aktivere Rolle der Burgwedeler Stadtverwaltung beim Standortmarketing haben Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung der IGK am Dienstagabend gefordert. Die Interessengemeinschaft der Großburgwedeler Kaufleute wäre bereit, in einem stadtweiten Unternehmernetzwerk mitzuarbeiten.

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Als Moderator leitet Dr. Claudius Schiller, Teamleiter der Wirtschaftsförderung der Region Hannover, die Diskussion über Möglichkeiten eines Stadtmarketings für Burgwedel. Unter den 32 Teilnehmern sind viele Vertreter der im Rat vertretenen Parteien.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Das Fazit, das Moderator Claudius Schiller, Teamleiter der Abteilung Wirtschaftsförderung der Region Hannover, am Ende der dreistündigen Aussprache zog, war zugleich ein "Arbeitsauftrag": Zeitnah sollen Stadtverwaltung und IGK-Spitze sich zusammen setzen, um die Eckpunkte für eine Art lokaler Wirtschafts(förderungs)gipfel vorzubereiten. Alle Unternehmen in der Kommune sollen dazu von der Stadt Burgwedel eingeladen werden. Das Treffen soll dazu dienen auszuloten, ob Bedarf an einer Zusammenarbeit mit dem Ziel der Stärkung der lokalen Wirtschaft besteht.

Schiller hatte zuvor in einem Vortrag herausgearbeitet, dass alle 21 Kommunen in der Region  für ihre Wirtschaftsförderung individuelle Lösungen gefunden hätten. Burgdorf mit seinem 2004 gegründeten Stadtmarketingverein und Neustadt, wo drei Einzelhandelsklubs zu Jahresbeginn einen Dachverband gegründet haben, nannte er als erfolgreiche Modelle. Unabhängig davon aber sei ein "erster Ansprechpartner auf Augenhöhe" im Rathaus besonders wichtig.

Die lebhafte Debatte im Vortragsraum des Immobiliencenters der Sparkasse wurde vor dem Hintergrund geführt, dass einerseits die meisten der Ratsparteien in ihren Wahlprogrammen ein Mehr an Wirtschaftsförderung und vor allem an Stadtmarketing versprochen hatten.

Andererseits steckt die IGK, in der sich mittlerweile  Dienstleister und Einzelhändler die Waage halten, in einem Wandlungsprozess. Als Veranstalter der großen Großburgwedeler Events wie Stadtfest, Jazz unter Sternen, Kunst in Bewegung und Weihnachtsmarkt ist der Verein am Rande seiner ehrenamtlichen Kapazitäten. Falls die Kommune sich stärker als bisher einbringe, sei man bereit, künftig auch in einem stadtweiten Netzwerk mitzuarbeiten und sich im Kontext mit Unternehmen und Vereinen für die Attraktivität des Standortes zu engagieren, erklärten mehrere Sprecher der Interessengemeinschaft.

Bevor die IGK jedoch interne Strukturen verändere, müsse man die Richtung kennen. Wichtig sei es zu wissen, ob Interesse und Bedarf an einem Dachverband besteht, machte sich Beiratsmitglied Thorsten Schirmer für das von Stephan Nikolaus (SPD) angeregte Treffen stark. "Dass wir mehr Werbung für die Stadt machen müssen, sehen auch wir", erklärte Heinz Heinicke (CDU). Die großen Unternehmen sollten unbedingt mit einbezogen werden, riet der Alt-Liberale Christian Wolff. Auch diese seien interessiert an einem attraktiven Standort und könnten Ressourcen mit einbringen. Die Vereine gehörten ebenfalls mit an den Tisch, so Ferdinand Bruss (FDP).

Mochte Bürgermeister Axel Düker noch so hervorheben, wie effektiv im Rathaus Gewerbetreibenden geholfen werde und dass  Einzelhändlern in Burgwedel viele Vergünstigungen kostenlos eingeräumt würden, die andernorts teuer sind - seien dies doch Selbstverständlichkeiten, aber noch keine aktives Standortmarketing, stellte IGK-Chef Karlheinz Schridde klar. Indirekt gab ihm Malte Zurek, der neben Düker und Bauamtsleiter Oliver Götze zum dreiköpfigen Wirtschaftsförderungsteam der Stadtverwaltung gehört, sogar Recht. Er räumte ein, dass der Fokus der Wirtschaftsförderung derzeit auf Erschließung und Vermarktung von Gewerbegrundstücken liege und "uns für Stadtmarketing das Knowhow fehlt".

Kommentar von Martin Lauber

Chancen auf ein Klima der Gemeinsamkeit

Pünktlich zum Beginn der neuen Wahlperiode hat die von der IGK initiierte Diskussionsveranstaltung einen vielversprechenden Impuls gesetzt: Alle Unternehmer, möglicherweise auch Vereinsvertreter, sollen an einen Tisch eingeladen werden, um miteinander darüber zu reden, wie der Standort Burgwedel an Strahlkraft gewinnen könnte.

Mit dem Angebot, sich für Neues zu öffnen, hat die Interessengemeinschaft das leidige Gerechtigkeitsproblem beseitigt: Mit einem stadtweit aktiven Dachverband, in dem es nicht mehr allein um Großburgwedel geht, kann die Verwaltung gemeinsame Strategien für ein Stadtmarketing entwickeln.

Das Treffen, das jetzt von IGK und Verwaltung vorbereitet wird, könnte zur Initialzündung für ein neues Klima der Gemeinsamkeit in Burgwedel werden. Dafür braucht es aber eine Vision statt der x-ten Verabredung. Verbände wie der Wirtschaftsklub in Langenhagen oder der Stadtmarketingverein Burgdorf machen es vor. Sie vernetzen mitnichten nur Unternehmer, sondern bringen sich mit Ideen und materiell ins Stadtleben ein.

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