Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Ende der Verschnaufpause beim Südlink

Burgwedel/Isernhagen/Wedemark Ende der Verschnaufpause beim Südlink

Zwei Monate, bevor Netzbetreiber Tennet seine neuen Trassenkorridore für den Südlink konkret benennt, ist in den Nordkommunen die Stromautobahn wieder in aller Munde. Die mittlerweile vorgeschriebene Erdkabeltechnik hat nicht alle Vorbehalte aufgelöst.

Voriger Artikel
Was drin steht, steht jetzt auch drauf
Nächster Artikel
Ex-Liberaler kandidiert für die AfD

In unterirdischen Rohre sollen Erdkabel Strom transportieren.

Quelle: dpa

Burgwedel/Isernhagen/Wedemark. In Rathäusern und bei Bürgerinitiativen ist in Sachen Südlink ein Mantra zu hören: „Wir sind in Habachtstellung.“ Für die meisten ist der Informationstermin des „Bürgerdialogs Stromnetz“ am 25. August um 17 Uhr im Schloss Landestrost Pflicht.

„Burgwedel kann betroffen sein, daran hat sich nichts geändert“, sagt Bürgermeister Axel Düker. Immerhin wird die ursprüngliche Freileitungstrasse, die vom Norden kommend Burgwedels Stadtgebiet zwischen Kleinburgwedel und Wettmar Richtung Oldhorster Moor passieren würde, als eine der wahrscheinlichsten auch fürs Erdkabel gehandelt. Zwar hätten sich alle potenziell betroffenen Kommunen statt der ursprünglich vorgesehenen Freileitung mit 70 Meter hohen Masten das Erdkabel gewünscht. Aber im Detail müsse genau hingeschaut werden, so Düker, wo Entwicklungsmöglichkeiten beschnitten zu werden drohen.

Allemal wachsam sind wegen möglicherweise betroffener Waldflächen die Niedersächsischen Landesforsten. Eine Schneise für eine Freileitung hätte 60 Hektar Wald allein im Fuhrberger Holz vernichtet. „Wenn eine Trasse unvermeidlich werden sollte, werden wir versuchen, größere Waldverluste zu vermeiden“, sagt Sprecher Joachim Hansmann.

Für Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski ist wichtig, dass Netzbetreiber Tennet diesmal rechtzeitig informiert. Seinerzeit habe die Gemeinde von den Plänen aus der Zeitung erfahren. Er sieht im Bündelungsgebot die Chance, dass die Südlink-Trasse nahe der Autobahn 7 verläuft. Dass die gleichzeitig gebotene Geradlinigkeit doch eine Führung durch den Brelinger Berg bringt, würde allen bisherigen Planspielen widersprechen, meint er. Für Georg Pfeiffer, Sprecher der BI Brelinger Berg, ist klar: „Der Brelinger Berg ist das Herz der Wedemark. Das gehört als Letztes tangiert!“ Bei der Infoveranstaltung in Neustadt werde die BI präsent sein. Isernhagen war von bisherigen Südlink-Planungen im Bereich Stelle betroffen.

„Dass die Erdverkabelung Vorrang erhält, ist erst mal gut“, sagt Jochen Schrader von der Bürgerinitiative „Stromtrasse Isernhagen vor Ort“. Jetzt warte man gespannt ab, wie die Trasse konkret verlaufen und ob und wo doch Masten aufgestellt werden sollen. Der Kirchhorster unterstreicht: „Wir werden uns weiter einbringen.“ Ernst-Otto Thiesing vom Bürgerforum Burgwedel richtet sich auf einen „arbeitsreichen Herbst nach der Verschnaufpause“ ein.

Von Frank Walter, Roman Rose, Martin Lauber

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten