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Engensen ist Angus-Hochburg

Burgwedel Engensen ist Angus-Hochburg

Für die 30. Deutschen Angustage haben am Sonntag Züchter aus ganz Deutschland und Österreich Station in Engensen gemacht. In keinem Flecken Niedersachsens finden sie mehr Kollegen, die auf diese Fleischrind-Rasse spezialisiert sind.

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Thorsten Kirstein versteht es, die Gebote in die Höhe zu treiben. Für zwei tragende Angusfärsen erzielt er jeweils Preise von 3000 Euro.

Quelle: Martin Lauber

Engensen. Der Name Angus stammt von der gleichnamigen schottischen Grafschaft, in der diese Rinder zuerst gezüchtet wurden. Das Fleisch ist für seine Qualität bekannt. Hierzulande standen die ersten Exemplare der hornlosen Rasse vor circa 140 Jahren auf der Weide. „Engensen ist ein Zuchtschwerpunkt“, so erklärt der Bundesvorsitzende des Zuchtverbandes, Dietz Kagelman, warum das Dorf nach nur zehn Jahren Pause schon wieder mit einem Bundestreffen an der Reihe war. „Drei Zuchten in einem Ort, das findet man sonst nicht.“

„In ganz Deutschland nicht“, präzisiert der Engenser Landwirt Heinz-Wilhelm Riekenberg. Der 62-Jährige hatte die robuste Viehrasse vor 45 Jahren ins Dorf geholt und damals auf dem elterlichen Hof die Schwarzbunten durch Angusrinder ersetzt, weil die sich durch Anspruchslosigkeit auszeichneten. Insbesondere da sie gute Futterverwerter sind, seien sie genau das Richtige für die nährstoffarmen Weiden in den Niedermoorstandorten. Das Grünland im Bruch nördlich von Wettmar, wo die Engenser Züchter ihre Tiere weiden lassen, ist ausgedehnt. 1700 Hektar an einem Stück wie dort gebe es sonst nirgends, meint Kagelmann.

Nach Riekenberg setzte als Nächstes der Biobauernhof Bähre auf Angus. Zuletzt hat Timo Oelkers von Milch- auf Fleischvieh umgestellt. Zurzeit baut er südlich des Dorfs einen Stall für 108 Mastbullen.

Mit seinem Betrieb war der 37-Jährige  Gastgeber der Züchterkollegen. „Ein Mammutprojekt“, berichtet er: Tiere waschen, Stände für die Bewirtung von circa 130 Besuchern aufbauen, die Weiden abteilen, damit das Fachpublikum bei seinem Rundgang die Rinder auch aus der Nähe begutachten konnte. Besonders wichtig war - in Kombination mit Informationen aus den Zuchtbüchern - der Augenschein für die Auktion, mit der das Züchtertreffen endete. Thorsten Kirstein, der insgesamt neun Tiere unter den Hammer brachte, verstand es, die Gebote in die Höhe zu treiben. Die Bieter gaben sie gelassen ab - auf Stroh gebettet auf einem Halbrund aus Erntewagen.

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