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Erdkabel ja, aber nicht die totale Trasse

Burgwedel Erdkabel ja, aber nicht die totale Trasse

Alle wollen die ungeliebte Windstromautobahn Südlink unter die Erde verbannen - auch Burgwedels Kommunalpolitiker hatten sich in einem Brief an die Bundestagsabgeordneten dafür stark gemacht. Hendrik Hoppenstedt (CDU) hat seine differenzierte Haltung jetzt den Vorsitzenden aller Ratsfraktionen persönlich erläutert.

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Die Fraktionschefs Joachim Lücke (von links), Birgit Diers, Friedrich Wolff und Erwin Fette im Gespräch mit Bürgermeister Axel Düker und dem Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Im Bürgermeisterbüro des Burgwedeler Ratshauses, Hoppenstedts einstiger Wirkungsstätte, fand das Südlink-Treffen statt. An gleicher Stelle hatte sich die SPD-Abgeordnete Caren Marks drei Wochen zuvor für ein Primat für Erdkabel bei der anstehenden Novelle des Energieleitungsbaurechts eingesetzt.

Christdemokrat Hoppenstedt ist in diesem Punkt im Prinzip einer Meinung mit der Wedemärkerin. Er hat in den letzten Wochen Gespräche mit Südlink-Betreiber Tennet wie auch mit Kabelherstellern geführt und dabei folgende Erkenntnis gewonnen: Beide Seiten hätten sich dafür ausgesprochen, von einer kompletten Erdverkabelung für den 800 Kilometer langen Südlink von der Küste nach Bayern Abstand zu nehmen. Einerseits reichten die Produktionskapazitäten der Kabelindustrie nicht aus, um den Südlink pünktlich bis 2022, dem Jahr des geplanten Atomausstiegs, vollverkabelt fertigzustellen. Andererseits seien massive logistische Probleme mit Kabelschwertransporten zu erwarten. Hoppenstedt befürchtet zudem, dass eine komplette Neuplanung erforderlich würde, die dann den Energiewendezeitplan ad absurdum führen würde.

„Ziel muss aber weiterhin eine großräumige Erdverkabelung, wenn möglich entlang der A 7, durch den Ballungsraum Hannover sein“, sagte der Großburgwedeler. In Berlin habe man begriffen, „dass man sehr viel Erdkabel braucht, um den Südlink politisch durchzukriegen“. Auch Tennet habe versichert, alle Möglichkeiten für Erdkabel ausschöpfen zu wollen. Dabei setze das Unternehmen auf herkömmliches Masse-imprägniertes Kabel. Den neuen und preiswerteren Kunststoff-ummantelten Kabeltyp des Herstellers ABB wolle Tennet nicht einsetzen, weil es damit noch keine langfristigen Erfahrungen gebe.

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