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Erst wird gereinigt, dann gebaut

Großburgwedel Erst wird gereinigt, dann gebaut

Im Großburgwedeler Mitteldorf beginnt die Sanierung des durch giftige Hinterlassenschaften einer chemischen Reinigung kontaminierten Grundwassers. Hinterher will ein privater Investor in diesem Kernbereich der Stadt neu bauen - und zwar „ambitioniert“.

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Quelle: Symbolbild

Burgwedel. Ein Jahr für die Altlastensanierung, ein weiteres für die „Nachsorge“: So sieht der Zeitplan von Samuel Macheel aus. Die Firma M 11 Projekte des Großburgwedelers hat das Grundstück im Mitteldorf 16 erworben, um dort im Anschluss an die Sanierung Tabula rasa zu machen. Die Mietverträge für die „Kleiderei“ sowie für den Laden des Kinderschutzbundes sind entsprechend befristet, um ab 2019 Raum für eine Neubauung zu haben. Konkrete Pläne will der Investor nächstes Jahr vorstellen, so viel verrät er: Geplant sei etwas Ortstypisches, vielleicht sogar Historisches - allemal ein „Highlight“. Offenbar auch gerne etwas größer: „Wenn Nachbarn verkaufen wollen, sind wir dafür offen.“

Einstweilen muss unter dem Areal erst einmal die inakzeptable Konzentration der chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW) im Grundwasser reduziert werden, von denen laut Region Hannover trotz teilweise 2900-facher Überschreitung der Grenzwerte keine akute Gefahr ausgehen soll. Nach neuestem Stand der Messungen, so Macheel, fielen die Schadstoffwerte aber deutlich geringer aus. Die M 11 Projekte GmbH ist für die Sanierung an der Quelle der Verschmutzung zuständig, um die Randbereiche kümmert sich die Region Hannover - das ist so vereinbart.

Nachdem vor Wochen Brunnen gebohrt worden waren, steht im Innenhof des Hauses Mitteldorf 16 jetzt ein riesiger Container, der viel Technik beherbergt: Die Berliner Firma Sensatec rückt den CKWs mit Mikroorganismen zu Leibe und ist auch fürs Monitoring, sprich die kontinuierliche Beobachtung der Sanierungserfolge, zuständig. Ein zweiter Sensatec-Container wird in Kürze am Lührshof auf städtischem Grundstück aufgestellt - im Auftrag der Region.

„Eine Gefahr für die Einwohner besteht nicht“: Das hat deren Amt für Abfall und Bodenschutz jetzt einem besorgten Nachbarn des Grundstücks Im Mitteldorf 16 schriftlich gegeben. Allerdings bestünden Nutzungseinschränkungen für das Grundwasser: Als Trinkwasser oder in Planschbecken dürfe es nicht verwendet werden. Zur Bewässerung von Nutzgärten solle man es ebenfalls nicht einsetzen.

Eine Antwort blieb die Behörde dem Fragesteller indes schuldig: „Ob eine Wertminderung bestehen kann und ggf. in welcher Höhe, vermag ich nicht zu beurteilen“, heißt es in ihrem Schreiben.

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