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Erzählrunde für gestandene Burgwedeler

Großburgwedel Erzählrunde für gestandene Burgwedeler

„Weißt du noch?“, fragte Gästeführerin Inge Klingenberg die 15 Erwachsenen, die an einer etwas anderen Tour durch die Stadt teilgenommen haben. Es sollte diesmal eine Erzählrunde für gestandene Burgwedeler sein, die sich mittels vergrößerten, alten Ansichtskarten gern zurückerinnern, ein wenig in der Vergangenheit schwelgen und kleinere oder größere Histörchen ausgraben und zum Besten geben.

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Das Geheimnis der Fotografie wird gelüftet. Es ist das Haus gegenüber der Trattoria von Tonino Algieri, der sich das auch interessiert anschaut.

Quelle: Jürgen Zimmer

Burgwedel. Tatsächlich waren fast ausschließlich gebürtige Großburgwedeler wie Friedel Veth erschienen. Er glaubte, das Gebäude auf der in unserer Zeitung gezeigten Ansichtskarte erkannt zu haben, und wollte nun überprüfen, ob er richtiglag. Um es vorwegzunehmen: Er lag richtig.

Aber der Reihe nach. Angesichts der hohen Temperaturen führte der erste kurze Weg vom Treffpunkt am Markt in die angenehm kühle St.-Petri-Kirche. Vornweg Neubürgerin Sabine Meins mit dem sechs Monate alten Ole. Der schlummerte in seinem Wagen und verschlief so erste Eindrücke seiner neuen Heimat.

In der Kirche machten zunächst alte Hochzeitsfotos die Runde. Man erinnerte sich, dass der ganze Hochzeitszug, vornweg natürlich das Brautpaar, noch durch das Dorf zog und sich so präsentierte. Dann wurde anhand alter Innenaufnahmen gezeigt, dass auch St. Petri nicht immer so frisch und hell aussah wie heute. Einige der Frauen saßen selbst einst als Konfirmandinnen auf den Holzbänken. Mädchen und Jungen natürlich getrennt, was die aber nicht davon abhielt, Erstere mit Gesten zu ärgern, bis eines Tages ein Gesangbuch, gestartet auf der Mädchenseite, quer durch die Kirche flog und auf der Seite der Jungen laut aufklatschte. Das Donnerwetter von der Kanzel, die es damals noch gab, war alles andere als gottgefällig. Diese und noch mehr Geschichten machten die Runde, die Erinnerungen sprudelten nur so.

Schließlich ging es wieder in die Hitze, aber nur ein paar Schritte. Neben der Trattoria Algieri wurde das Geheimnis des Klinkerbaus auf dem Foto genau vis-à-vis gelüftet. Heute sind die Klinker verputzt, andere Fenster und Eingänge machen es schwer, das alte Haus in der Gegenwart zu erkennen. Viel darüber berichten konnte die Gästeführerin nicht. Erinnerlich war der Kolonialwarenladen von Melitta Böhme. Es gab noch ein zweites Geschäft in dem Haus, über das aber niemand etwas wusste. Der Bau ist etwa aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als Böhme den Laden aufgab, kam Bernhard Heine und eröffnete den ersten Supermarkt des Ortes.

Noch ein paar Meter weiter zeigte ein Foto das heutige Sanitätshaus Gogowski, als es noch Konditorei u. Bäckerei zur Eisecke hieß. Auch daran konnten sich einige erinnern.

Von Jürgen Zimmer

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