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Erziehermangel bereitet Probleme

Burgwedel Erziehermangel bereitet Probleme

Die Nerven der Eltern liegen blank: Immer wieder fällt die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten Kleinburgwedel aus – und das in einer Ganztagsgruppe, die bis 17 Uhr die Öffnungszeit gewährleisten soll. Die Stadt Burgwedel weiß von der Not der Eltern, aber das Personal fehlt.

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Der Markt für Erzieher ist leergefegt - das merken viele Kommunen, aber auch die Eltern.

Quelle: Symbolbild

Kleinburgwedel. Die städtische Einrichtung in Kleinburgwedel bietet berufstätigen Eltern eine Ganztagsgruppe an. In dieser werden die Kinder von 8 bis 17 Uhr betreut. "Drei Wochen in Folge mussten aber die Mädchen und Jungen entweder um 16 oder bereits um 15 Uhr abgeholt werden", berichtet Mutter Janine Klein, die von der Situation betroffen ist. Ihre Tochter Josefine besucht die Ganztagsgruppe. Jüngst hieß es sogar: Abholung sei bereits um 13 Uhr, moniert Klein. Und zumeist komme auch die Information über den Ausfall sehr kurzfristig erst am Abend vorher, ärgert sie sich.

"So langsam haben alle genug", bestätigt Bastian Neumann, Elternvertreter des Kleinburgwedeler Kindergartens. Denn auch die Frühbetreuung ab 7 Uhr falle oftmals aus. Viele betroffene Eltern seien beruflich außerhalb Burgwedels beschäftigt und hätten entsprechende Fahrzeiten. Deshalb nähmen sie den Früh- und Nachmittagsbetreuungsplatz in Anspruch – und zahlten entsprechend dafür, schildert der Elternvertreter. Das Problem sei, dass nicht jeder Arbeitgeber sich so flexibel und kulant zeige, dass Eltern ihre Arbeitszeit eine Woche lang täglich um knapp zwei Stunden verkürzen könnten, um ihr Kind früher abzuholen. Und nicht jede Familie habe die Möglichkeit, ad hoc einen Betreuungsersatz für diesen Zeitraum zu finden.

Grund für den andauernden Ausfall ist Personalmangel. "Seit Frühjahr waren nur drei statt der vorgesehenen vier Erzieher im Einsatz", sagt Klein. Durch Erkrankung und Urlaub hätten sich die Kräfte nochmals reduziert. "Seit Monaten fällt auch die Turnstunde aus, und das überträgt sich auch auf andere Aktivitäten im Kindergarten", berichtet sie. Beispielsweise seien Eltern beim Kuchenbacken eingesprungen. Und Ausflüge, die früher häufig unternommen worden seien, würden jetzt nicht mehr angeboten, bedauert die Kleinburgwedelerin.

"Wir wissen um die Not der Eltern", erklärt die Erste Stadträtin Christiane Concilio. Die Stadt bemühe sich, alles für sie zu tun. Das Personal zeige zudem hohe Bereitschaft und kehre sogar vorzeitig aus dem Urlaub zurück. Es mache Überstunden, trotz eigener Familie, die auch "funktionieren" müsse. "Sonst könnte die Verwaltung in dem Umfang die Betreuung nicht anbieten", sagt die Erste Stadträtin. Aber wenn statt drei jetzt nur noch zwei Erzieher für eine Gruppe zur Verfügung stünden, dann sei die Stadt am Ende ihrer Möglichkeiten. "Das letzte Mittel ist, die Betreuungszeit einzugrenzen", bedauert Concilio.

Kindergärten seien besonderen Herausforderungen ausgesetzt: 95 Prozent der Beschäftigten seien Frauen. Bei Schwangerschaften falle von jetzt auf gleich eine Kraft aus, "wenn der Immunstatus die Weiterarbeit in der Kita nicht mehr zulässt", erläutert Concilio. Generell sei die Personalgewinnung in dem Bereich schwierig und der Stellenmarkt leergefegt. "Wir können uns keine Erzieher backen."

Von Katerina jarolim-vormeier

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