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Fachwerkhaus-Sanierung verzögert sich

Großburgwedel Fachwerkhaus-Sanierung verzögert sich

Die Herzen vieler Großburgwedeler hängen am Fachwerkhaus Dammstraße 11. Doch die Rettung des Baudenkmals droht jetzt zur Hängepartie zu werden: Ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Beginn der Sanierung hat der KSG-Aufsichtsrat den Baustart vertagt - wegen „exorbitanter Kosten“.

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Hinter einem Drahtgitterzaun verschlechtert sich der Zustand des Fachwerkhauses weiter.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Baumaschinen oder Handwerker sucht man vergebens. Stattdessen wuchert hohes Gras vor dem fast 350 Jahre alten Baudenkmal. Das Schild „Einsturzgefahr!“ erklärt, warum ein Drahtgitterzaun Menschen auf Distanz hält zur markanten Fassade mit dem vorkragenden Scheingiebel. Seit die KSG das Langhaus 2013 gekauft und es im Sommer 2014 digital vermessen hat, ist auf dem Gelände nichts Sichtbares mehr passiert.

Vier Maisonettewohnungen mit 500 Quadratmeter Wohnfläche sollen innerhalb der historischen Außenmauern entstehen. Im Gegenzug für dieses sehr aufwendige und teure Rettungswerk änderten Burgwedels Ratsgremien den Bebauungsplan. Sie öffneten ein Baufenster, damit die KSG hinter dem Denkmal weitere Wohnungen vermarkten kann.

Aber offensichtlich rechnet sich das Projekt trotz dieses Kopplungsgeschäfts aus KSG-Sicht nicht, erfuhr die NHZ. Auf Anfrage erklärte Sprecherin Aline Ilsen: Auch mit der rückwärtigen Bebauung sei eine Wirtschaftlichkeit nur sehr schwer zu erreichen. Verantwortlich seien „ungeahnte Kosten in extremer Höhe“ für die Sanierung des maroden Baudenkmals. Zahlen nannte sie nicht.

Steht die Rettung des zweitältesten Hauses von Großburgwedel nun auf der Kippe? „Nein“, sagt Ilsen. Aber: Man sei bei der „Sondierung der finalen Gespräche“ mit der Stadt Burgwedel und der Denkmalschutzbehörde - und dabei solle es um eine finanzielle Förderung gehen.

Burgwedels Bürgermeister Axel Düker erhielt am Montag einen entsprechenden Anruf von KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range - und wundert sich: „Es gibt ein Gebäudegutachten. Der schlechte Zustand des Hauses war doch allen bekannt.“ Die finanziellen Wünsche der KSG hätten ihn „in dieser Größenordnung sehr überrascht“. Zahlen nennt auch der Bürgermeister nicht, nur so viel stellt er klar: „Ohne intensive politische Beratung in den Ratsgremien geht das auf keinen Fall.“ Ein Treffen nach den Herbstferien sei vereinbart worden.

Für den Erhalt des Baudenkmals hat die Stadt schon viel getan. Als 2010 der Abriss drohte, suchte sie per Annonce sanierungswillige Käufer. Dükers Vorgänger Hendrik Hoppenstedt holte die KSG ins Boot. Als alles perfekt war, organisierte sie für den letzten Bewohner ein neues Domizil.

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