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Fahrschüler baut betrunken Autounfall

Burgwedel Fahrschüler baut betrunken Autounfall

Kurz vor der Führerscheinprüfung betrunken einen Autounfall bauen? Eine ganz dumme Idee. Das bekam jetzt ein 18-Jähriger zu spüren: Das Amtsgericht Burgwedel verurteilte den Wedemärker am Dienstag zu einer Geldstrafe und verhängte eine elfmonatige Führerscheinsperre.

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Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 18-jährigen Wedemärker zu einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro verurteilt und eine Führerschein-Sperre ausgesprochen.

Quelle: Symbolbild

Burgwedel/Wedemark. „Das war ein bisschen blöd von mir“, sagte der 18-jährige Angeklagte im Amtsgericht aus – und sprach damit allen Beteiligten aus dem Herzen. Zwei Wochen vor seiner bereits terminierten praktischen Führerscheinprüfung hatte der junge Mann sich im April nach einer Party bei Freunden hinters Steuer gesetzt – ohne Fahrerlaubnis und mit 1,4 Promille.

„Ich kann wirklich nicht sagen, wie ich auf die Idee gekommen bin“, lautete seine kleinlaute Entschuldigung am Dienstagvormittag. Ein paar Bier – „oder ein paar mehr“ – hatte er getrunken, bevor er sich nachts um 3 Uhr ins Auto seiner Mutter setzte und von der Wedemark aus zu einer Tankstelle in Langenhagen fuhr, um Zigarretten zu kaufen. Auf regennasser Fahrbahn verlor der gerade 18-Jährige dort die Kontrolle über das Auto, geriet von der Fahrbahn ab – und so mitten in die Arme der Polizei.

So „kooperativ“ und „orientiert“ wie ihn die Polizeibeamten in ihrem Unfallbericht beschrieben, verkaufte sich der Angeklagte auch im Gerichtssaal: „Es tut mir wirklich leid, dass wir heute zusammenkommen mussten und ich hoffe, jetzt einen besseren Start ins Leben hinzulegen.“ Seine abgebrochene Lehre sei Geschichte – noch diese Woche unterschreibe er einen neuen Arbeitsvertrag.

Zudem konnte Jugendrichterin Franziska Vandrey dem 18-Jährigen eine bisher weiße Weste bescheinigen. Die Frage, ob der Heranwachsende jedoch nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden sollte, sahen die Beteiligten unterschiedlich. „Eine Trunkenheitsfahrt ohne Führerschein ist nicht gerade eine jugendspezifische Tat“, betonte der Staatsanwalt. Und dass der Angeklagte noch bei seiner Mutter lebe, könne auch nicht als „Reifeverzögerung“ gewertet werden.

Vandrey hingegen entschied sich für das Jugendstrafrecht: 300 Euro muss der 18-Jährige an die Landeskasse überweisen. Mit dem Führerschein wird es auch erst einmal nichts: Elf Monate darf ihm keine Fahrerlaubnis ausgestellt werden. „Setzen Sie sich bis dahin nicht noch einmal hinters Steuer“, mahnte der Staatsanwalt – sonst könnte auch der Halter des Wagens strafrechtlich belangt werden. „Keine Sorge“, lautete prompt die Antwort der Mutter des Angeklagten. „Meinen Autoschlüssel halte ich jetzt unter Verschluss.“

Von Carina Bahl

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