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Feuerwehr Kleinburgwedel feiert 125-Jähriges

Burgwedel Feuerwehr Kleinburgwedel feiert 125-Jähriges

Seit 125 Jahren gibt es die Freiwillige Feuerwehr Kleinburgwedel. Das soll vom 16. bis 18. September groß gefeiert werden. Die Einsätze und das Werkzeug haben sich in dieser Zeit stark verändert – das Gemeinschaftsgefühl aber nie.

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Gemeinsam sind sie seit 125 Jahren stark: die Feuerwehr Kleinburgwedel.

Quelle: privat

Kleinburgwedel. Feuerwehren sind eine Geburt aus der Not heraus: Wenn früher der „Rote Hahn“ Landwirte und Bürger in Schrecken versetzte, brauchte es Teamgeist – und mehr als einen Ledereimer – um die Flammen zu löschen. Schon 1808, als in Kleinburgwedel eine Brandkatastrophe elf Wohnhäuser und 16 Nebengebäude zerstörte, bildeten sich „Rettungsscharen“ im Dorf, um für das nächste Feuer gewappnet zu sein. Es brauchte allerdings weitere 83 Jahre, bis nicht mehr jeder Erwachsene samt Eimer in der Hand auf Ruf des „Hornisten“ im Notfall losrennen musste. Am 20. September 1891 gründete sich offiziell die Freiwillige Feuerwehr Kleinburgwedel mit 31 Männern.

Alle waren sich einig: Koste es, was es wolle, Kleinburgwedel braucht eine Handdruckspritze. Schon im März 1892 wurde diese mit dem Pferdegespann aus Hannover abgeholt. Und weil die Brandkasse einen Zuschuss dazu gab, konnten sich die freiwilligen Retter sogar noch erste Einsatzuniformen leisten.

Ein Einsatz hat es in die Geschichtsbücher geschafft: Als am 24. Juni 1928 Fritz von Opel seinen Raketenwagen RAK 3 auf der Bahnstrecke Hannover-Celle testete, hielt die Feuerwehr 2000 Autos und 30 000 Schaulustige in Schach. „Aus Klein-Burgwedel war Groß-Berlin geworden“, titelten die Zeitungen. Ob das beim Fest zum 125-Jährigen auch gelingt?

Mit dem Feiern der Jubiläen hatten die Kleinburgwedeler gerade zu Beginn wenig Glück: Das 25-jährige Bestehen fiel mitten in den Ersten, das 50-jährige in den Zweiten Weltkrieg. Dennoch: Die Gemeinschaft stand im Dorf immer obenan – wie beim Neubau des Feuerwehrhauses 1980, bei dem die Ehrenamtlichen in 3250 Stunden selbst die Ärmel aufkrempelten. In jenem Jahr ging auch das heiß geliebte Löschgruppenfahrzeug „Opel-Blitz“ aus 1959 in Rente – fand allerdings als umgebautes Wohnmobil sein Gnadenbrot beim aktuellen Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld. Auch der blaue „Baumwollkombi“ verschwand aus dem Dorfbild – fortan kleidete sich der Kleinburgwedeler Feuerwehrmann in Orange.

Man mag meinen, die Kleinburgwedeler wollten ihre verpassten Jubiläen gebührend nachfeiern – nicht nur das 75- und 100-Jährige wurden mit großem Festprogramm zelebriert, sondern gleich auch das 112- und 120-Jährige. Feiern können die Kleinburgwedeler – selbst, wenn dem Caterer aus Versehen das falsche Datum für die Jahresversammlung übermittelt wurde. So erinnert sich Sonnefeld nur zu gern daran, wie er als Einsatzleiter einen Trupp zum Supermarkt abordnen musste, um ein Zwei-Gänge-Dinner zu besorgen: erst Bockwurst, dann Pizza.

Die Einsätze haben seit 1891 stark zugenommen – inzwischen liegt die Feuerwehr bei mehr als 35 Alarmierungen pro Jahr. Auf 47 aktive Feuerwehrleute kann Sonnfeld dabei setzen. Eines scheint sich in Kleinburgwedel in 125 Jahren aber nicht geändert zu haben. Bei mehr als 350 Förderern gilt immer noch: Jeder Hof braucht einen Feuerwehrmann.

So sieht das Festprogramm aus

"Wenn man mit allen feiern will, dann muss man schon was auf die Beine stellen“, sagt Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld. Und das haben er und seine Kameraden unter dem Motto „Zeitreise“ auch getan. Ein dreitägiges Festprogramm ist das Ergebnis. Los geht es am Freitag, 16. September, mit einem Auftaktfest. Neben Grußworten und Reden ist ein warmes Büfett geplant – im Anschluss wird die Band Erdbeershakes mit Musik der fünfziger und sechziger Jahre zum Tanz auffordern. Auch ein Überraschungsgast ist versprochen. Für Büfett, drei Freigetränke und Eintritt werden 25 Euro fällig – Karten gibt es sonnabends von 10 bis 12 Uhr und montags von 18 bis 20 Uhr im Feuerwehrhaus Kleinburgwedel. Der Vorverkauf endet am Sonnabend, 3. September. Am Sonnabend, 17. September, beginnt um 12 Uhr der große Festumzug vom Dreschplatz zum Festzelt, das sich auf der Wiese am Albrecht-Thaer-Ring im Gewerbegebiet II befindet. Dort angekommen gibt es eine Ausstellung historischer Feuerwehrgeräte und -uniformen, Spiele, Kaffee- und Kuchen sowie einen Wettkampf im Lebendkicker. Wer als Gruppe dabei antreten möchte, sollte sich per E-Mail an sonnefeld@feuerwehr-kleinburgwedel.de anmelden. Um 16.30 Uhr ist eine Übung mit den historischen Handruckspritzen geplant. Ab 20 Uhr soll im Festzelt Partystimmung aufkommen: Die NDR-1-Zeltdisco verspricht ein Programm für alle Generationen. Der Eintritt kostet 5 Euro an der Abendkasse – wer möchte, bekommt Karten schon vorab im Feuerwehrhaus. Das Festwochenende klingt aus am Sonntagmorgen mit einem Frühschoppen ab 11 Uhr im Zelt. Der Musikverein Honstetten und der Feuerwehrmusikzug Kleinburgwedel werden für die Unterhaltung sorgen. Der Eintritt ist frei. Alle Informationen zur Feuerwehr gibt es im Internet auf www.feuerwehr-kleinburgwedel.de.

Von Carina Bahl

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