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Flinke Finger dank Talent und harter Arbeit

Kleinburgwedel Flinke Finger dank Talent und harter Arbeit

Der 14-jährige Pianist Aaron Treibler nimmt zum achten Mal an dem Jugenwettbewerb "Jugend musiziert" teil. Dafür übt er jeden Tag.

Burgwedel. Angst vor Hunden sollten Aaron Trieblers Gäste nicht haben - ein schwarzer Neufundländer begrüßt die Besucher an der Tür des Einfamilienhauses in Kleinburgwedel und legt sich danach faul mit auf die Terrasse. Aaron selbst scheint ebenso gelassen zu sein wie sein Haustier, und das, obwohl er am nächsten Dienstag beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Wolfenbüttel Stücke von Beethoven, Bach und Martinu auf dem Klavier spielen wird: „Eigentlich bin ich ganz entspannt“, erklärt er im Garten bei einem Glas Wasser.

Mit 23 von 25 Punkten qualifizierte sich Aaron im Januar für den Wettbewerb, bei dem er gegen etwa 120 andere Teilnehmer in seiner Altersklasse antreten wird. Für den 14-Jährigen gehören Vorspiele zur Routine - seit neun Jahren spielt er Klavier, seit seinem siebten Lebensjahr nimmt er an den Regionalwettbewerben von „Jugend musiziert“ teil. Seine Eltern förderten das Talent des Jungen von Anfang an, durch den Vater - selbst Klavierpädagoge - war er zur Musik gekommen. „Wir sind natürlich stolz. Es ist ein harter Weg, und Aaron zeigt großen Einsatz“, freut sich Mutter Beate.

Im großen, hellen Wohnzimmer seines Elternhauses steht der schwarze Steinway-Flügel, auf dem Aaron eine Kostprobe seines Könnens gibt. Schnell und leicht fliegen seine Finger über die Tasten, und eine Klaviersonate von Beethoven erklingt. Noten braucht er dafür nicht. Doch was bei ihm so mühelos aussieht, ist das Resultat harter Arbeit: „Talent alleine reicht nicht“, erklärt Aaron. Für ihn bedeutet das, jeden Tag anderthalb Stunden zu üben. Außerdem fährt er Freitagabend für zwei Stunden Klavierunterricht in die Musikhochschule Hannover. Ohne jede Menge Disziplin wäre das nicht möglich, denn das Üben gehöre nicht gerade zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, verrät Aaron.

Auf „Jugend musiziert“ bereitet sich der Jugendliche seit Sommer vergangenen Jahres vor. Nicht nur dieses hohe Maß an Fleiß unterscheidet ihn von vielen Gleichaltrigen: Sein kariertes Hemd steckt ordentlich in der Hose, er ist höflich und bereits ein Gentleman, der sich gewählt ausdrückt und am liebsten Klassik am Klavier spielt. Sein erwachsenes Auftreten passt zu seinem randvollen Terminkalender: Neben dem Klavierspielen und der Schule beschäftigt sich Aaron auch noch mit Tennis, Kontrabass und seit Neuestem auch der Orgel. „Die Zeit für andere Hobbys ist begrenzt, aber es ist möglich“, meint Aaron.

Bis zum Abi will er auf jeden Fall mit dem Klavierspielen weitermachen, doch was seine Berufswünsche angeht, ist noch alles offen. „Ich möchte nicht so der Konzertpianist werden“, sagt Aaron - und hat mit 14 Jahren ja auch noch genug Zeit zu überlegen.

Johanna Rose

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