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Flüchtlinge Thema bei Neujahrsempfang

Fuhrberg Flüchtlinge Thema bei Neujahrsempfang

Nicht etwa der bevorstehende Kommunalwahlkampf, sondern der Zuzug an Flüchtlingen ist das alles beherrschende Thema beim Neujahrsempfang der CDU am Sonntag in Fuhrberg gewesen.

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Burgwedeler längst nicht nur aus Fuhrberg folgen der Einladung zum traditionellen Neujahrsempfang des CDU-Ortsverbandes.

Quelle: Frank Walter

Burgwedel. Manches könnte die Situation verbessern helfen. Den Bau von Fahrradunterständen vor Flüchtlingsunterkünften regte ein Zuhörer an. Einen direkteren Informationsfluss von der Stadtverwaltung, wo welche Flüchtlinge neu angekommen sind, wünschte sich die ehrenamtliche Helferin Elisabeth Scheffler. Die Neuankömmlinge wollten nicht nur herumsitzen, sondern bräuchten mehr Beschäftigungsmöglichkeiten, meinte Burghard Lüers, der zweimal wöchentlich im Fuhrberger Gemeindehaus Flüchtlingen Deutschunterricht erteilt. Unterricht in Staatsbürgerkunde sei wichtig, um Aspekte wie die Trennung von Kirche und Staat oder die Rechte von Frauen zu verdeutlichen, fügte Ratsherr Heinz Heinicke hinzu.

Aber sonst? Die Stadt und andere öffentliche Stellen machten „ganz viel richtig“, zeigte sich Bürgermeister Axel Düker überzeugt. Dabei habe man in Burgwedel den Vorteil, dass viele Menschen Wohnraum zu vernünftigen Mieten zur Verfügung stellten. Mit den aktuell rund 300 Asylbewerbern habe man keine Probleme, es gebe keinen Anstieg der Kriminalität. Wie viele Flüchtlinge es 2016 werden? „Das wissen wir nicht“, musste Düker einräumen. Für die nächsten Jahre erwartet er viel Austausch zwischen den Kulturen - eine Bereicherung für die Gesellschaft. „Für alles andere werden wir Antworten finden“, zeigte Düker sich überzeugt. „Es ist deutlich geworden: Wir wollen es schaffen“, ergänzte Fuhrbergs CDU-Chef Hermann Wöhler - und betonte das „wollen“.

Die Wichtigkeit des „Wir“ betonte der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt. Dieses „Wir“, der Grundkonsens in der Gesellschaft, drohe verloren zu gehen. „Wir müssen uns gegenseitig mit Respekt begegnen, auch wenn wir unterschiedlicher Auffassung sind“, warb er - und warnte davor, diejenigen, die in der Flüchtlingsdebatte generelle Vorbehalte äußerten, „gleich in die Rassismus-Ecke zu stellen“.

Ins gleiche Horn stieß der CDU-Stadtverbandsvorsitzende, Landtags- und Regionsabgeordnete Rainer Fredermann. Die Diskussion um die Nutzung der Mehrzweckhalle Engensen als „Plan B“ für die Unterbringung von Flüchtlingen habe gezeigt, dass man Ängste ernst nehmen müsse. „Jemanden in die rechte Ecke zu stellen hilft nicht.“ Es sei richtig gewesen, dass die Stadtverwaltung ihren Plan frühzeitig öffentlich gemacht habe. Zugleich sei es aber auch wichtig, der Stadtverwaltung zu vertrauen: „Hier macht es sich niemand leicht.“

CDU spendet statt zu ehren

Einen verdienten Fuhrberger Bürger hätte man auch diesmal gefunden – da hat der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Hermann Wöhler keine Zweifel. Doch wichtiger als die Ehrung einer Person, die sich ehrenamtlich engagiert hat fürs Dorf, war der CDU dieses Mal etwas anderes: Wöhler übergab Pastor Rainer Henne einen gut gefüllten Geldumschlag mit der Bitte, diesen an die Katastrophenhilfe der Diakonie weiterzuleiten. Das größte Flüchtlingsdrama spiele sich nicht in Europa, sondern im Nahen Osten ab, wo sich Abermillionen Menschen auf der Flucht befänden, so Wöhler. Da wolle man auch als CDU Fuhrberg einen Beitrag leisten – und deshalb beim 14. Neujahrsempfang das Geld lieber spenden, das man sonst bei der Ehrung für Essensgutschein und Blumenpräsent ausgebe.

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