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Fotos erinnern an die Historie Engensens

Engensen Fotos erinnern an die Historie Engensens

Eine Ausstellung über die Geschichte Engensens hat der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse und Wettmar am Dienstag eröffnet. Die Besucher konnten sich historische Fotos und Gegenstände im Schützenhaus ansehen.

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Horst Dralle zeigt eine Tabak-Schneidemaschine.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Engensen. Ein Foto der Urkunde der ersten Erwähnung anno 1278, Bilder von alten Bauernhöfen, Fotos aus der Schule und Gegenstände des alltäglichen Lebens: Der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse und Wettmar hat am Dienstag eine Ausstellung über die Geschichte Engensens eröffnet – und Vereinsmitglied Horst Dralle hat das Material dafür mühsam zusammengestellt.

Marlis Falkowski freute sich beispielsweise über die aus Hartholz hergestellten und nun im Schützenhaus ausgestellten Leisten. "Die hat mein Vater, Schuhmacher Otto Neddermeyer, etwa 1927 in Hänigsen angefertigt", wusste sie zu berichten. Ein paar Schritte weiter zeigte Horst Dralle sogenannte Brennscheren. Laut dem Initiator der Ausstellung sind die Brenneisen erhitzt und anschließend zur Ondulation des Haupthaares genutzt worden, um künstliche Locken zu erzeugen. Gleich daneben stellte er einen Bohnenschneider für Schnippelbohnen vor sowie einen Heidelbeerkamm, "der es ermöglicht, nicht Beere für Beere, sondern gleich viele Blaubeeren zu ernten", erläuterte der 78-Jährige.

Eröffnet hatten die Ausstellung und den „Tag des Heimatvereins“ Ortsbürgermeister Friedhelm Stein und Vereinschef Achim Ristenpart. Gleich danach bildeten sich Trauben von Besuchern vor den Schautafeln im Schützenhaus. Gefragt wurde oft: "Erinnerst dich noch?" Der Hof Krull zum Beispiel fungierte bis 1975 als Ferienbauernhof. Einmal kamen beispielsweise 80 Kinder aus Berlin angereist. Heute, nach einem Umbau 2013, sind dort zehn Mietwohnungen zu finden.

Einige Stellwände weiter schauten sich Mutter Christa und Sohn Holger Laue gemeinsam ein Schulfoto aus dem Jahr 1948 an. Damit die 82-Jährige besser ihre ehemaligen Mitschüler entdecken konnte, holte der Sohn kurzerhand sein Mobiltelefon aus der Tasche und leuchtete mit der Taschenlampe auf das Bild. "Einige habe ich erkannt, aber ich selbst bin nicht auf dem Foto", stellte Christa Laue fest. "Ich glaube, dass ich zu dem Zeitpunkt mit meinem Vater Schuhe kaufen war", erinnerte sie sich.

Horst Dralle sammelt gern. Und er bewahrt Dinge auf, seitdem er denken kann. "Erst wusste ich nicht, wofür ich das ganze Material horte", erzählte der frühere Mitarbeiter im Katasteramt. Dann schrieb er die Dorfchronik, und nun erzählt er die Geschichte des Dorfes, wo er bereits von klein auf lebt. Mittlerweile sind 3000 Bilder in seinem Bestand. "Mit der Sammlung habe in den Achtzigerjahren begonnen – eigentlich zu spät", bedauerte Dralle. Aber in erster Linie sammelte er zunächst für sich selbst. "Wenn es anderen gefällt, ist das in Ordnung, und es freut mich", erklärte Dralle bescheiden. Für ihn ist auch wichtig, dass die Leute die Geschichte in den Köpfen behalten. "Alte erinnern sich, und Junge haben was zu entdecken", sagte der Macher der Ausstellung.

Weil der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse und Wettmar nun durch die drei Dörfer rotiert, um eine stärkere Bindung zu erreichen, soll der nächste "Tag des Heimatvereins" in Thönse gefeiert werden – wo und wann, steht noch nicht fest.

Die Ausstellung über Engensen ist auch noch am Sonnabend, 7. Oktober, und Sonntag, 8. Oktober, jeweils von 14 bis 17 Uhr im Schützenhaus an der Thönser Straße zu sehen.

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Fotostrecke Burgwedel: Fotos erinnern 
an die Historie Engensens

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Von Katerina jarolim-vormeier

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