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Freude über „Variante 4 plus“

Großburgwedel Freude über „Variante 4 plus“

Das Stadtgespräch kannte am Freitag nur ein Thema: die Nachricht, dass die rot-grüne Regionsmehrheit das Krankenhaus in Großburgwedel mit erweitertem Angebot neu bauen will, statt es zu schließen.

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Wenn es nach Rot-Grün in der Region geht, dann wird diese Brachfläche zum Bauplatz werden. In sieben bis acht Jahren steht dann hier ein ganz neues Krankenhaus.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Erst wurde das 26-Millionen-Euro-Bettenhaus beerdigt, dann platzte die Bombe in Gestalt der Medizinstrategie 2020: Das ganze 45 Jahre alte Krankenhaus sollte, nach Fusion mit der Lehrter Klinik, durch einen Neubau an unbekannter Stelle ersetzt werden.

Nur 14 Monate liegt das zurück, in denen sich Tausende Einwohner, Lokalpolitiker und der Betriebsrat für den Standort stark gemacht haben. Kein Wunder, dass die am Freitag bekannt gewordene Kehrtwende bei den Beschäftigten mit Vorsicht aufgenommen wurde: „Es ist soviel passiert. Jetzt wartet jeder, was wirklich passiert“, so schilderte eine Personalvertreterin die Stimmung im Krankenhaus.

Was passieren soll, darüber gibt es dem Vernehmen nach in der rot-grünen Regionsfraktion und an der Spitze der Regionsverwaltung unter dem Arbeitstitel „Varirante 4 plus“ relativ konkrete Pläne. Nach Informationen dieser Zeitung sollen in einen Neubau neben dem jetzigen Krankenhaus nicht nur alle bestehenden Abteilungen umziehen. Das neue Haus soll auch einen Herzkatheter, eine Stroke Unit zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten und eine Klinik für degenerative Wirbelsäulenerkrankungen erhalten. Auch würden die Operateure künftig mehr zu tun haben, weil am Krankenhaus Lehrte die Chirurgie offenbar keine Zukunft haben soll. Dafür soll es Dialyse- und Geriatrie-Schwerpunkt werden.

Die Kosten für das Klinik-Reformprogramm im Nordosten der Region werden auf insgesamt rund 200 bis 210 Millionen Euro taxiert, für die man sich eine Landesförderung erhofft. Mit der Fertigstellung des Neubaus wird in sieben bis acht Jahren gerechnet.

Bürgermeister Axel Düker (SPD) begrüßte die rot-grünen Neubaupläne, die nicht dem Wahlkampf geschuldet seien, sondern der medizinischen Versorgungssicherheit im Nordosten der Region. Rainer Fredermann, CDU-Regions- und Landtagsabgeordneter, sagte: „Das ist, was wir immer gefordert haben. Wir wollen, dass beide Standorte so stark wie möglich am Markt bleiben und auch Lehrte nicht ausgehebelt wird.“ Weil die Pläne ohne Förderung nicht finanzierbar seien, wünscht er sich ein Signal vom Land - möglichst vor der Entscheidung in der Regionsversammlung.

Von Martin Lauber und Mathias Klein

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