Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Gefälschter Führerschein aus dem Internet

Großburgwedel/Altwarmbüchen Gefälschter Führerschein aus dem Internet

Das Amtsgericht Burgwedel hat am Donnerstag einen polnischen Staatsbürger verurteilt, der mit einem gefälschten griechischen Führerschein am Steuer seines Wagens unterwegs gewesen ist – und das nicht zum ersten Mal.

Voriger Artikel
Neue Munitionsfabrik: Warten auf Genehmigung
Nächster Artikel
Streit mit dem
 Mieter endet
 vor Gericht

Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 36-Jährigen wegen Fahrens ohne Führerschein in Tateinheit mit Urkundenfälschung verurteilt.

Quelle: Symbolbild: Peter Steffen/dpa

Großburgwedel/Altwarmbüchen. Für den 36 Jahre alten Angeklagten, der in Seelze wohnt, gab es keine Ausflüchte: Wie schon bei der polizeilichen Vernehmung räumt er auch vor Gericht alles ein. Die als Zeugin geladene Polizistin musste nicht mehr gehört werden.

Sie hatte den Polen Ende Juni auf der Hannoverschen Straße in Altwarmbüchen am Steuer eines VW Passat kontrolliert, der Fahrer dabei den gefälschten griechischen Führerschein vorgelegt. Eine echte Fahrerlaubnis besitzt er nicht.
Er habe Auto fahren müssen, um zu seiner damaligen Arbeitsstelle auf dem Bau zu gelangen, so der Angeklagte, der mittlerweile arbeitslos ist.

Wo er das gefälschte Dokument denn her gehabt habe, wollte Amtsrichter Michael Siebrecht wissen. "Für 400 Euro im Internet gekauft“, übersetzte die Dolmetscherin die Antwort des 36-jährigen. Ob er denn nun plane, seinen Führerschein zu machen, fragte der Staatsanwalt nach. "Ja“, ließ dieser wissen. "Die 400 Euro hätten Sie da gut anlegen können“, kommentierte das der Anklagevertreter.

In seinem Plädoyer sprach der Staatsanwalt von der "Spitze des Eisbergs“ – der Angeklagte sei sicherlich häufiger mit dem Auto unterwegs gewesen, aber eben nicht jedes Mal von der Polizei kontrolliert worden. Erwischt und verurteilt worden war der Seelzer jedoch schon 2015, auch damals hatte er einen gefälschten Führerschein vorgelegt. Da er nur ein halbes Jahr nach Verhängung einer Gesamtstrafe für diese Tat erneut mit einem gefälschten Führerschein Auto gefahren war, forderte der Staatsanwalt eine deutliche Geldstrafe.

Dem schloss sich der Amtsrichter an und verurteilte den Angeklagten zu 90 Tagessätzen zu je 15 Euro. Gleichzeitig folgte Siebrecht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verhängte keine Sperrfrist für den Erwerb des Führerscheins. Der Staatsanwalt hatte dabei im Blick, dass der 36-Jährige möglichst schnell wieder eine Arbeit finden soll – und Fahrer würden schließlich immer gesucht.

Aus Sicht des Richter wäre ein regulärer Führerschein hingegen schlichtweg die beste Präventionsmaßnahme, damit der Pole keine erneute Straftat begeht. "Das muss ein Ende haben, sonst gibt es eine Freiheitsstrafe“, entließ der Richter den frisch Verurteilten in die Freiheit.

Von Frank Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten