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Ex-Liberaler kandidiert für die AfD

Burgwedel Ex-Liberaler kandidiert für die AfD

Für die Alternative für Deutschland (AfD) strebt Volker Körlin aus Großburgwedel in den nächsten Rat der Stadt Burgwedel.

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Volker Körlin ist der einzige Kandidat der Alternative für Deutschland für den Rat der Stadt Burgwedel.

Quelle: Lauber

Burgwedel. Bevor er die AfD zu seiner politischen Heimat erklärte, hatte Körlin sich mehr als 30 Jahre von der Kreis- bis zur Bundesebene bei den Liberalen engagiert. Noch zu Jahresbeginn gehörte er zum FDP-Regionsvorstand. Beim Kreisparteitag warf er hin – in Sachen „Medizinstrategie 2020“ habe die Regionsfraktion einen Harmoniekurs mit dem KRH-Vorstand gefahren, der die Krankenhausstandorte Großburgwedel und Lehrte fusionieren wollte, benennt Körlin den Grund des Bruchs.

In puncto Klinikum „hätte ich mich auch der CDU anschließen können“. Aber er habe sich gedacht, dass die CDU mehr habe „von einem Partner, auf den sie sich verlassen kann“. Körlin unterstellt, dass der beschlossene Prüfauftrag eine mögliche Hintertür für den Ausstieg aus dem Klinikneubau-Beschluss für Großburgwedel darstelle. „Wenn da plötzlich Verluste rauskommen, werden die Finanzen zum Pferdefuß.“

Um Sitz und Stimme im Burgwedeler Rat und in der Regionsversammlung bewirbt sich der 56-Jährige das erste Mal. Und warum bei der AfD? „Bedingungslose Willkommenskultur“ lehnt Körlin ab, nimmt für sich selbst und seinen Kreisverband aber in Anspruch: „Wenn da einer rassistische Aussprüche bringen würde, wäre er schneller draußen, als er gucken kann.“ Zum Vorsitzenden der Thüringer Landtagsfraktion Björn Höcke, der dem völkischen Spektrum der Partei zugerechnet wird, geht er auf Distanz. 2015 hatte Körlin ein Fußballturnier mit Flüchtlingen organisiert.

In seinen Wahlaussagen differenziert er: Integrationswillige und -fähige seien zu integrieren, etwa durch Sportförderung und Pflicht-Deutschkurse. Alle abgelehnten Asylbewerber müssten aber zurückgeführt werden. Indirekt macht Körlin die Flüchtlinge mitverantwortlich für den Mangel an preiswerten Mietwohnungen: „Der staatliche Eingriff in den Markt, die Kommunen zu zwingen, Wohnraum zu Höchstpreisen anzumieten, verschärft die Nachfrage nach Wohnraum.“ Der Bund solle als Urheber dafür zahlen.

Die aus Körlins Sicht „marktwirtschaftliche und soziale Orientierung“ der AfD stehe für ihn im Vordergrund, so der Kandidat. Beim sozialen Wohnungsbau sieht er die Kommune nicht in der Pflicht. Burgwedel habe einen Mietspiegel, um überhöhte Mieten zu verhindern. Private investierten in Immobilien, wenn Renditen zu erzielen seien. Die Frage eines Stadtmarketings betrachtet er in ähnlichem Licht: Für die Belebung der Innenstadt seien die Bürger als Kunden selbst verantwortlich, Stadtmarketing könne nur unterstützen. „Wir haben einen Bürgermeister und einen Stadtrat“, deren Arbeit gelte es zu verbessern. Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt wäre für ihn „Überregulierung“. In Anbetracht des Finanzbedarfs, etwa für die Feuerwehr, sollten alle Ausgaben kritisch geprüft und möglichst Maßnahmen ohne Verschuldung vorgezogen werden.

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