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Weniger Fußgänger im Zentrum - weniger Leser

Burgwedel Weniger Fußgänger im Zentrum - weniger Leser

Für ihre im Jahr 2016 rückläufigen Besucherzahlen macht die Bücherei Großburgwedel außer gewandelten Medienkonsumgewohnheiten auch "veränderte Fußgängerströme" nach der Rossmann-Schließung verantwortlich.

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Jedes dritte Buch wird in der Bücherei Großburgwedel von Kindern und Jugendlichen ausgeliehen. Um die Wochenration für sich und ihre Geschwister zu tragen, braucht Lilia (4) die Hilfe ihrer Mutter Jenny Nerger.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Großburgwedels Bücherei hat vergangenes Jahr 149 Leser verloren – und das hat nicht allein mit veränderter Mediennutzung zu tun. Auch die Schließung der früheren Rossmann-Filiale, die an der Von-Alten-Straße fast vis-à-vis liegt, spiegelt sich in den rückläufigen Zahlen wieder. „Die Fußgängerströme haben sich verändert“, konstatiert Büchereileiterin Jutta Busch. Für die Neuvermietung leerer Läden in der Einkaufsstraße hofft sie auf „Weitsicht im Sinne guter Stadtentwicklung“.

Immer noch 2221 „aktive“ Leser

Schwindende Freizeitressourcen fürs Lesen, längere Betreuungszeiten in Schulen und Kitas, die Konkurrenz von Streamingdiensten, die laut Busch die Musik-CD für Büchereien zum Auslaufmodell machen: Angesichts solcher Rahmenbedingungen kann sich die 2016er Bilanz der Kernstadtbücherei noch sehen lassen. 2221 „aktive“ Leser – Isernhagen kommt auf 930, Burgdorf auf 1700 – bedeuten, dass rechnerisch jeden Öffnungstag 92 Kunden – vier Fünftel weiblichen Geschlechts – die Bücherei besuchten.

E-Books locken neue Kunden

Täglich wurden – von der CD für die Spielkonsole bis zum Schmöker – 392 (physische) Medien ausgeliehen, 435 waren es im Jahr zuvor. Der Rückgang um ein Zehntel schrumpft auf sechs Prozent, bezieht man die 284 E-Book-Nutzer mit ein, die sich 2016 als registrierte Büchereikunden kostenlos 6325 elektronische Medien vom Portal NBib24 auf ihre E-Book-Reader herunterluden. Explizit wegen dieses Angebotes hätten sich viele der 275 Neukunden des vergangenen Jahres angemeldet, so Busch. Unter insgesamt 21 440 Medien kann an der Von-Alten-Straße ausgewählt werden, 15,6 Prozent davon sind nicht Buch-Medien wie Hörbücher, Spiele, Filme oder CDs. Circa ein Zehntel ihres Bestands ersetzt die Bücherei jährlich durch Neuerscheinungen. Während das Team versucht, bei der Belletristik die Titel von der Spiegel-Bestseller-Liste anbieten zu können, gilt dies für die Sachbuch-Charts nicht. Sachinformationen, so Busch, würden immer mehr im Internet abgeholt. Die Tonkassette (MC) flog 2016 endgültig aus dem Sortiment. Mit 49 Veranstaltungen – 39 davon für Kinder – erreichte die Bücherei 2016 insgesamt 3234 kleine und große Bürger. Was die immer ausverkauften Kinoabende für die Erwachsenen, sind die Bilderbuchkinos für Drei- bis Sechsjährige. Ein Drittel aller Medien der Bibliothek richtet sich an junge Leser. Nach der Kinderecke wurde 2016 ein Extra-Bereich für die Romane und Hörbücher für Jugendliche im Obergeschoss eingerichtet.

Einfach mal reinkommen

Für ältere Burgwedeler gibt es die Leseecke – nicht nur für die Zeitungslektüre bei einem Kaffee oder einem Glas Mineralwasser. „Auch Nichtkunden können jederzeit reinkommen, stöbern und lesen“, wirbt Busch dafür. Für die passende Wohlfühlatmosphäre im Fachwerkhaus hat ihr Team 2016 farbliche Akzente gesetzt.

Die Autorin der Sylt-Krimis kommt zur Lesung

Ob „Dio Mio“ oder „Die Tote im Watt“: Mit ihren turbulenten Sylt-Krimis um die temperamentvolle Mamma Carlotta schafft sie es regelmäßig in die Spiegel-Bestsellerliste. Auch bei den Kunden der Bücherei Großburgwedel sind die Bücher von Gisa Pauly sehr gefragt. Am Mittwoch, 22. März, kommt die Schriftstellerin, Journalistin und Drehbuchautorin mit ihrem neuesten Sylt-Krimi „Vogelkoje“ um 20 Uhr zu einer Lesung in den Großburgwedeler Amtshof. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Der Vorverkauf beginnt am nächsten Mittwoch, 8. März, in der Bücherei und in der Buchhandlung Böhnert, Im Mitteldorf.

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Sylt-Krimi-Autorin Gisa Pauly liest am 22. März auf Einladung der Bücherei im Großburgwedeler Amtshof.

Quelle: Eva Pioro
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