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Stadt plant Containersiedlung für Flüchtlinge und Erntehelfer

Fuhrberg Stadt plant Containersiedlung für Flüchtlinge und Erntehelfer

An Fuhrbergs äußerstem Ostrand soll hinter der einstigen Schnapsbrennerei eine Containersiedlung entstehen - für maximal 270 Erntehelfer, aber zusätzlich auch für bis zu 90 Asylbewerber. So hofft die Stadt Burgwedel, die Belegung von Sport- und Mehrzweckhallen hinauszögern zu können.

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Wo jetzt noch alte Tanks aus Brennereizeiten liegen, sollen die Flüchtlingscontainer aufgestellt werden. Lauber

Quelle: Martin Lauber

Fuhrberg. Die letzten 500 Meter des Grasbruchweges führen ohne Straßenbeleuchtung und Bürgersteig zur leer stehenden Brennerei. Gegenüber liegen Schweinemaststall und Kläranlage, daneben erheben sich die Kuppeln einer Biogasanlage. 2,1 Kilometer entfernt ist dagegen der Supermarkt.

Der Fuhrberger Spargelhof Heuer hat das Brennerei-Areal 2015 erworben, unter anderem, um seine Saisonarbeiter dort im Sommer unterzubringen. Die Aufstellung von bis zu 90 Einzelcontainern hat der Betrieb sich optional schon einmal genehmigen lassen - jeder 18 Quadratmeter groß, jeder mit maximal drei Bewohnern zu belegen.

An diese Planung hat die Stadt Burgwedel sich angehängt und sich mit Jörg Heuer darauf geeinigt, dass dieser 30 zusätzliche Container (für maximal 90 Flüchtlinge) am Grasbruchweg aufstellt. Sein grundsätzliches Okay für einen Zehn-Jahres-Mietvertrag hatte der Rat bereits im Dezember in vertraulicher Sitzung gegeben.

Die geplante Container-Unterkunft

Die geplante Container-Unterkunft

Quelle: gh

„Dass das keine besonders gute Lösung ist, darüber sind wir uns alle einig“, sagte Burgwedels Kämmerer Christian Möhring gestern auf Anfrage. Asylbewerber sollten nicht langfristig in den Containern leben müssen, sondern nur so lange, bis bessere Lösungen gefunden seien. Trotzdem sei auch eine Erweiterung nicht ausgeschlossen. Nach bisheriger Planung werden zunächst drei bis vier Fluchten mit jeweils Containern aufgestellt. Neben dem Brennereigebäude soll Möhring zufolge möglichst bis zum Sommer ein 1200 Quadratmeter großes Versorgungsgebäude für die Erntehelfer wie auch für die Flüchtlinge entstehen. Drei große Esssäle sowie Küchen, Wasch- und WC-Räume - jeweils separat für Männer und Frauen - sollen darin Platz finden.

Über das Vorhaben sei entschieden, sagt Möhring. Bei der Unterbringung von Flüchtlingen handele es sich um eine Maßnahme der Gefahrenabwehr, sie sei mithin ein Geschäft der laufenden Verwaltung. Für Anregungen aber - etwa zur Betreuung oder zur Straßenbeleuchtung - sei man selbstverständlich offen.

Über die Pläne hat Möhring am Dienstagabend in einem „internen Treffen“ den Fuhrberger Ortsrat informiert, dessen Fraktionen Mittwochabend den Sachstand beraten haben. In öffentlicher Sitzung stellt die Stadt ihre Pläne dann am nächsten Donnerstag, 28. Januar, vor. Die Ortsratssitzung beginnt um 20 Uhr im Feuerwehrgerätehaus.

Ein Kommentar von Martin Lauber

Bisher kann man die Stadt zu ihrer Flüchtlingspolitik nur beglückwünschen: Die meisten Asylbewerber leben in dezentralen Wohnungen, die Verwaltung plant und baut weit im Voraus mit großer Transparenz.
Mit dem Grasbruchweg hat sie sich nun aber verplant. Das abseits gelegene Fuhrberg ist eh schon eine Herausforderung für Flüchtlinge. In der Pampa zwischen Schweinestall und Biogas wären sie einfach nur abgestellt.
In so einer Isolation muss es zum Lagerkoller kommen. Integration kann so nicht funktionieren. Gibt es wirklich keine menschenwürdigere Alternative? 

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