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Fuhrberger Zimmerei findet Asyl in fremdem Büro

Nach Brandstiftung Fuhrberger Zimmerei findet Asyl in fremdem Büro

Dank Büro-Asyls und acht funktionstüchtiger Rechner ist die Fuhrberger Zimmerei seit Mittwoch wieder arbeitsfähig. Der Moral der Belegschaft hat der mutwillig gelegte Brand, der in der Nacht zu Montag das Hauptgebäude mit Abbundhalle und Büros zerstört hat, keinen Abbruch getan - ganz im Gegenteil.

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Gerettete Akten und PCs verströmen dezenten Brandgeruch im Büro, das die Firma Care_Full Colours für die Zimmerei zur Verfügung gestellt hat.

Quelle: Martin Lauber

Fuhrberg.  Alle 30 Mitarbeiter haben sich zu einer WhatsApp-Gruppe mit dem schönen Namen „Fuzis, wir schaffen das!“ zusammengetan. Über jeden Fortschritt wird nun per Messenger informiert. So erleben selbst die Zimmerleute, die bereits wieder auf Baustellen hinterm Deister arbeiten, via Smartphone mit, wie an der Mellendorfer Straße der (provisorische) Alltag wieder einkehrt. Etwa, wie Kollegen das Gemisch aus durch Brandlöcher im Dach eingedrungenes Regen- und Löschwasser aus der Abbundhalle schieben. Oder wie noch brauchbares Mobiliar aus dem verräucherten Büro auf der Lkw-Ladefläche nach nebenan gekarrt wird. Denn dort hat die Firma Care_Full Colours der Zimmerei bis auf Weiteres eine komplette leerstehende Büroetage zur Verfügung gestellt. Eine Datenleitung ist schon verlegt. Und Silvia Sardag kann schon mit Kunden und Lieferanten auf allen Kanälen kommunizieren. Die geretteten PCs und Akten verströmen dezentes Brandaroma. Aber schlimmer ist, dass der Server noch nicht alle Bauherren-Daten und Programme fürs Planen ausspucken will.

„Es gibt viele Leute, die uns unterstützen wollen“, freut sich Horst Kuhlmann, einer der drei Geschäftsführer. So wurden den „Fuzis“ spontan drei Ausweichbüros angeboten. Die Anteilnahme per Telefon, E-Mail und WhatsApp sei umwerfend. Natürlich kommen auch besorgte Anfragen von Bauherren - für 2016 hat die Firma bereits Verträge für elf Häuser abgeschlossen. Diese würden ohne Verzögerung aufgestellt.

Dafür ist Improvisation angesagt. In Kleinburgwedel hat die Firma einen Bürocontainer aufgetrieben, in den Mittwoch die Warenannahme umgezogen ist, deren bisherigen Räume ein Raub der Flammen geworden sind. Die beim Brand geschmolzenen Oberlichter im Dach der Abbundhalle wurden vom Hubsteiger aus provisorisch ersetzt.

Auch wenn die Gutachter der Versicherung erst Mittwochnachmittag zum Ortstermin erwartet wurden: Mitgeschäftsführer Christian Zeymer hält es für sehr wahrscheinlich, dass die Halle samt Bürotrakt abgerissen und neu gebaut werden muss. Bis dahin - „Unser Ziel ist Ende 2016“ - werde zusammengerückt in der unversehrt gebliebenen Halle: Komplette Fachwerkwände werden dort baustellenfertig zusammengesetzt.

Zeymer erwartet, dass sich herausstellen wird, dass der Schaden mit 300 000 Euro von der Polizei zu niedrig taxiert worden ist. Hinweise auf Täter gibt es auch nach Auswertung eines Überwachungsvideos nicht. Gegen 3.15 Uhr war in der Nacht zum Montag Feuerschein in der Halle gemeldet worden. Unbekannte hatten an mehreren Stellen mit Hilfe von Brandbeschleunigern Feuer gelegt.

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