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Am Anfang stand eine Motorsäge und ein Pickup

Burgwedel Am Anfang stand eine Motorsäge und ein Pickup

Gartenbauer Marcus Fortmüller ist Zweitplatzierter im Wettbewerb "Betrieb Niedersachsen 2016" der Landwirtschaftskammer. Der mit 2000 Euro dotierte Preis würdigt die Aufbauleistung des Großburgwedelers.

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Gartenbaumeister Christian Göhler (links) soll den Betrieb von Marcus Fortmüller später weiterführen.

Quelle: artin Lauber

Burgwedel/Oldenburg. Bescheiden war der Anfang: Mit einem Pickup, einer Motorsäge, einem Mitarbeiter und mit „viel Freude an der Baumarbeit“ hatte der staatlich geprüfte Landwirtschaftsleiter Marcus Fortmüller sich 2003 selbstständig gemacht. 13 Jahre später gratulierte Ministerpräsident Stephan Weil dem Großburgwedeler am Dienstag zum mit 2000 Euro dotierten zweiten Platz im Wettbewerb „Betrieb Niedersachsen 2016“, den die Landwirtschaftskammer aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehens landesweit ausgeschrieben hatte.

25 der rund 40 000 Mitgliedsbetriebe, darunter Fortmüller, bewarben sich für den Preis. Eine fünfköpfige Jury aus leitenden Agrarfachleuten der Kammer nahm seinen Betrieb unter die Lupe. Auch Bürgermeister Axel Düker war zugegen und lobte, dass die Stadt sich nach jedem Wind- und Schneebruch auf die Soforthilfe des Baumkontrolleurs verlassen könne. Wie die innerbetriebliche Ausbildung abläuft, schilderte Niklas Winterfeldt, 2016 landesweit zweitbester Nachwuchs-Azubi im Landschafts- und Gartenbau.

Das Urteil der Fachleute: Aus dem kleinen elterlichen Hof mit jeweils 30 Hektar Grün- und Ackerland habe Marcus Fortmüller einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb entwickelt, der heute 15 Fachkräften Arbeit gebe, der Nachwuchs ausbilde und sich durch Spezialisierung seine Perspektive gesichert habe. Diese Leistung hob beim Jubiläumsfestakt in Oldenburg Kammerpräsident Gerhard Schwetje vor 500 Gästen hervor.

„Stundenlang mit dem Trecker auf dem Acker ‘rumkurven, das war nicht meins. Bäume waren meine Welt“, so schilderte der Geehrte am Tag nach der Preisverleihung, was ihn zur Gründung seiner Firma, in der kein Euro von seinen vermögenden Eltern stecke, bewegte. Anfangs sei er, der Mann mit der Säge, von Kunden immer wieder gefragt worden, ob er nicht auch Neuanpflanzungen vornehmen könne. Zunächst sicherte sich Fortmüller die notwendige Gartenbau-Expertise durch einen Subunternehmer, dann stellte er den Landschaftsgärtner -Gesellen Christian Göhler ein. Der ist längst Meister und soll später einmal den Betrieb weiter führen.

Mittlerweile kümmern sich zwei weitere Meister um die beiden Auszubildenden. Auch Ehefrau Elisabeth Warneke, die selbst zertifizierte Baumkontrolleurin ist, gehört zum Team. 3000 Bäume begutachtete die Firma 2015. Die Säge setze er möglichst nur an, wenn es die Verkehrssicherung gebiete, erklärt Fortmüller. „Ich habe ein dickes Fell und sage oft: Den lasse ich jetzt mal stehen.“ In jüngster Zeit hat er seine Firma weiter diversifiziert. In Wettmar betreibt er Holzhandel. Und Heu und Streu vom eigenen Grünland wird er Pferdebesitzern in Kürze in Bio-Qualität anbieten können.

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Landwirtschaftsminister Christian Meyer (von links) und Ministerpräsident Stephan Weil gratulieren Preisträger Marcus Fortmüller ebenso wie Gerhard Schwetje und Hans-Joachim Harms, Präsident und Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Quelle: Hibbeler
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