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Gefunkt hat es beim ersten Tanz

Großburgwedel Gefunkt hat es beim ersten Tanz

Seltenes Jubiläum: Günter und Elisabeth Tetzlaff feiern am 2. November ihre Gnadenhochzeit.

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Günter und Elesabeth Tetzlaff feiern am 2. November ihre Gnadenhochzeit.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Großburgwedel. Vertrauen und Zusammenhalt erhalten die Liebe, weiß Günter Tetzlaff. Er muss es wissen, blickt er doch mit seiner Frau Elisabeth auf 70 Ehejahre zurück. Am 2. November feiern beide mit Kindern, Enkeln und Urenkeln in Großburgwedel ihre Gnadenhochzeit.

"Das ist ein seltenes Glück, das uns vergönnt ist", sagt die 88-Jährige und schmunzelt. "Das war damals Liebe auf dem ersten Blick", erzählt der 91-Jährige, der mit seiner Frau in einem Einfamilienhaus in Großburgwedel wohnt. Beide versorgen sich noch selbst. Zwar fällt es ihnen schwerer als früher, aber zum Glück gibt es Rollatoren, mit denen die Tetzlaffs zum Einkaufen oder zum Arzt unterwegs sind.

Im früheren Gasthaus Grete am Amtshof sei er im Juli 1936 tanzen gegangen und habe dort seine spätere Frau das erste Mal gesehen. "Sie ist mir sofort aufgefallen, und so habe ich sie zum Tanzen aufgefordert", sagt Tetzlaff und blickt vertraut in die Augen seiner Frau. Aus dem ersten Tanz wurde eine jahrzehntelange Partnerschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg – Günter Tetzlaff musste als Soldat in Italien kämpfen und verletzte sich am Bein – gaben sie sich am 2. November 1946 das Jawort. Damals hatte das frisch getraute Ehepaar keine Gelegenheit, ein Erinnerungsfoto zu schießen. "Das gab es damals nicht", sagt die gebürtige Großburgwedelerin.

Das Ehepaar hat all die Jahre bescheiden und solide gelebt. Der gebürtige Stettiner verlegte Fußböden. Seine späteren Berufsjahre war er 16 Jahre lang selbstständig. Frau Helga übernahm die Erziehung der gemeinsamen Tochter Rose-Marie und kümmerte sich um den Garten, wo sie Gemüse und Kartoffeln anbaute. Zudem hatten die Tetzlaffs Schweine und Hühner im Stall. "Das war schon harte Arbeit", erinnert sie sich. Weil ihr Mann die Küche mied, führte Elisabeth Tetzlaff beim Kochen und Backen die Regie – und verwöhnt ihn bis heute. "Ihre Eierlikör-Torte und die Donauwellen sind köstlich", lobt Tocher Rose-Marie.

Jetzt, nach mehr als 70 Jahren Gemeinsamkeit und Nähe, "bin ich noch genauso in meinen Günter verliebt wie damals beim Tanzen", sagt Elisabeth Tetzlaff und streichelt ihren Liebsten über das Gesicht. Auf die Frage nach dem Rezept für solch eine lange Ehe sind sich beide einig: Gemeinsam durch schlechte und gute Zeiten zu gehen schweißt eben zusammen.

Von Katerina jarolim-vormeier

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