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Golfclub kommt aus dem Tief

Burgwedel Golfclub kommt aus dem Tief

Mitgliederschwund, negative Jahresabschlüsse, Selbstbedienungsmentalität – der neue Vorstand des Golfclubs Burgwedel ist angetreten, das zu überwinden. Mit Transparenz will der Verein Vertrauen zurückgewinnen.

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Ein luftiger Blick aus Richtung Thönse auf den 90 Hektar großen 18-Loch-Golfplatz und das dahinterliegende Dorf Engensen.

Quelle: Dieter Siedersleben

Burgwedel. 713 voll zahlende Mitglieder hatte der Verein im Schnitt der letzten fünf Jahre, 650 braucht er für die „schwarze Null“, im Juli aber war mit 580 der absolute Tiefpunkt erreicht. Auch wenn die Zahlen mittlerweile wieder steigen (zurzeit sind es 620): Wie groß die Verunsicherung im 1992 gegründeten Golfclub noch ist, bewies die gewaltige Kulisse bei einer Infoversammlung vergangene Woche. Für die 150 Anwesenden hatte der im Juli neu gewählte Vorstand beruhigende Botschaften: „Es gibt keine finanziellen Risiken für die Mitglieder.“ Und: Man werde dem Club „in sehr kurzer Zeit Stabilität, Sicherheit und Seriosität für die Zukunft“ (zurück-)geben.

Transparenz wurde versprochen. Der neue 1. Vorsitzende Günther Richter macht im Gespräch mit dieser Zeitung keinen Hehl aus den Gründen für den „harten Schnitt“. Im April habe der anschließend zurückgetretene Vorgängervorstand zum vierten Mal in Folge einen Haushalt mit fünfstelligem Minus vorgelegt. Verantwortlich dafür sei außer der Mitgliederfluktuation auch, dass Ehrenamtlichkeit bislang „sehr flexibel“ verstanden worden sei.

Die neue Führungsmannschaft hat die zuvor bis zu 14 000 Euro hohen Repräsentationsmittel stark reduziert, die Offenlegung von Geschäftsverbindungen von Vorstandsmitgliedern zum Club wie auch das Sechs-Augen-Prinzip für Zahlungsanweisungen verankert. Eine Reaktion auf Fehlentwicklungen? Richter bestätigt, dass ein früheres Vorstandsmitglied circa 18.000 Euro „entliehen“ habe. Der Betrag sei mittlerweile aber zurückgezahlt worden.

In der Info-Veranstaltung hat der neue Vorstand offengelegt, wie der Verein wieder zu schwarzen Zahlen kommen soll. In Zusammenarbeit mit einer neuen Steuerkanzlei seien Verwaltungsabläufe vereinfacht worden. Viel verspricht man sich von attraktiven Einstiegs-angeboten für Neumitglieder, der Einsetzung einer Clubmanagerin und einem verbesserten Marketing. „GC Burgwedel 365“ - der Name soll in Kürze im Vereinsregister geändert werden - steht für das Alleinstellungsmerkmal, dass die 90 Hektar große Anlage in Engensen wegen ihres Sandbodens ganzjährig bespielbar ist. „Wenn wir einen sicheren Haushalt haben“, so Richter, werde der Club die wegen der Turbulenzen ruhenden Baupläne wieder aufnehmen. Zusätzliche Trainingsmöglichkeiten sollen geschaffen werden und ein Bürotrakt mit Verkauf von Golf-Bedarf und Logo-Ware.

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