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Griff zum Geld kommt teuer

Mellendorf/Burgwedel Griff zum Geld kommt teuer

Weil eine Frau an einem Geldautomaten in der Wedemark das Geld des Vornutzers eingesteckt hatte, kann sich eine Hilfsorganisation aus Hannover auf 500 Euro freuen.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Burgwedel. Manch einer mag schon ins Grübeln geraten sein, wenn er plötzlich mit scheinbar herrenlosem Geld konfrontiert wurde: einstecken oder nicht? Die nun wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht Burgwedel angeklagte Frau hatte sich für Ersteres entschieden - und damit die falsche Wahl getroffen.

Im Januar 2014 war die 49-Jährige nach einem Mann an den Geldautomaten im Vorraum der Mellendorfer Volksbank-Filiale getreten, um Geld einzuzahlen. Ihre Karte habe der Automat nicht akzeptiert, da habe sie im Ausgabeschacht zwei Fünf-Euro-Scheine entdeckt und eingesteckt, sagte die Frau aus. Ihre Mutter, die damals beim Bankbesuch dabei gewesen war, stand ihr bei: „Ich habe die Scheine gesehen“, gab die 86-jährige Zeugin zu Protokoll - und ergänzte, dass ihre Tochter das Geld bei der Polizei habe abgeben wollen.

Die Aussage des geschädigten Vornutzers unterschied sich allerdings in einem wichtigen Detail: Es seien keineswegs nur zehn, sondern 300 Euro gewesen, die er im Ausgabeschacht vergessen habe, sagte der Landesbeamte aus. Diese Summe sei auch abgebucht worden. Schuld sei eine Plauderei mit Bekannten während der Abhebung gewesen, die ihn abgelenkt habe, so der Zeuge. Er hatte den Fauxpas kurz darauf gemerkt, war in die Bank zurückgekehrt und hatte die beiden Frauen angesprochen. „Er hat mich als Dieb beschuldigt. Das war mir zu blöd“, begründete die Angeklagte, warum sie dem Mann die 10 Euro nicht ausgehändigt hatte.

Zwar gab es eine Videoaufnahme vom Geldautomaten, diese war angesichts der Qualität der Bilder aber wenig hilfreich: Es war zwar zu erkennen, dass die Frau Geld aus dem Schacht nahm, nicht aber, ob es sich um zwei Fünf-Euro-Noten oder doch um einen deutlich größeren Betrag handelte. Man könne aber auch nicht sicher ausschließen, dass der Mann beim Griff nach dem Geld nur 290 Euro erwischt und aus Versehen 10 Euro liegen gelassen habe, so Amtsrichter Michael Siebrecht.

Das Angebot der Staatsanwaltschaft, 200 Euro an die Staatskasse und 300 Euro an den Geschädigten zu zahlen, hatte die Angeklagte im Vorfeld abgelehnt - aus ihrer Sicht stehe ihm dieses Geld nicht zu. Die Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von 500 Euro an den Unterstützerverein der Kinderherz-Klinik der MHH akzeptierte die 49-Jährige aber.

„Ihr Verhalten war nicht astrein, auch nicht bei 10 Euro. Da müssen wir uns gar nicht drüber unterhalten“, begründete der Richter seinen Beschluss.

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