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Burgwedel Biotech will wachsen

Großburgwedel Burgwedel Biotech will wachsen

24 Millionen Euro will der Tierimpfstoff-Hersteller Burgwedel Biotech GmbH bis Anfang 2017 in neue Gebäude, neue Technik und größere Produktionskapazitäten investieren. Die Belegschaft soll um 20 auf 150 Beschäftigte wachsen.

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Unscheinbar liegt das Werk im Gewerbegebiet Großburgwedel direkt an der Autobahn 7.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Unscheinbar liegt das Werk im Gewerbegebiet Großburgwedel direkt an der Autobahn 7. Nachbarn sind Ikea und die 2014 bezogene Verwaltungsdependance von Rossmann. Dort, am Ende der Straße Im Langen Felde, werden Impfstoffe für Tiere schon seit 48 Jahren hergestellt. Ursprünglich von der Wellcome Foundation, doch nach diversen Wechseln der Konzernzugehörigkeit sowie mehrfach geänderten Firmennamen - bis 1994 Mallinckrodt, bis 2010 Essex Animal Health - haben viele Burgwedeler das Unternehmen aus dem Blick verloren.

Dabei ist Großburgwedel in puncto Tiergesundheit eine Art Global Player. Die seit 2009 zum amerikanischen Konzern Merck & Co. gehörende Firma produziert aktuell jährlich circa 120 Millionen Impfstoff-Dosen für Nutz- und Haustiere, die unter dem Markennamen MSD Animal Health weltweit vertrieben werden.

Der Produktionsstandort Großburgwedel habe „eine riesengute Zukunft“, sagt der niederländische Geschäftsführer Fons Verhaegen. Warum er expandieren müsse? Mit der Weltbevölkerung wachse zwangsläufig auch die Zahl der Nutztiere, die mit Impfstoffen gegen Erkrankungen immunisiert werden müssen. Ein Mykoplasmen/Circoviren-Kombi-Impfstoff, der dem Ausbruch von Lungenkrankheiten beim Schwein vorbeugt, ist das meisthergestellte Produkt vor Ort. Gleichzeitig, so Verhaegen, hielten immer mehr Menschen Haustiere. Ein gefrier- getrocknetes Kombi-Impfpräparat für Hunde made in Großburgwedel wenden Tierärzte weltweit an.

Ein dickes Plus für den Ausbau des Standortes sei - im Hinblick auf dringend benötigte Fachkräfte - die gute Lage in der guten Bildungs- und Forschungslandschaft - mit Tiho und MHH in Hannover sowie den biotechnischen Fakultäten an den Unis Hannover, Braunschweig und Hamburg.

Der Bauantrag für die 24-Millionen-Euro-Erweiterung ist mit der Region bereits abgestimmt: Ein frei stehendes Office-Gebäude auf dem bisherigen Parkplatz soll Anfang 2017 bezugsfertig sein. Der bisherige Bürotrakt samt Erweiterung wird der Produktion zugeschlagen und umgebaut - mit Schleusen, Filter- und Unterdrucksystemen, wo mit Lebendorganisem hantiert wird. „Die Luft, die rausgeht, ist sauberer als die, die reinkommt“, sagt der technische Direktor, Jürgen Schwender. Schon die hohen technischen und baulichen Anforderungen an die sterile Herstellung pharmazeutischer Produkte stellten sicher, dass es keine gesundheitlichen Risiken für Mitarbeiter oder das Umfeld der Firma gebe. Impfstoffe gegen Maul- und Klauenseuche und Tollwut würden in Großburgwedel seit Jahren nicht mehr produziert.

Unternehmen hat nichts gegen Wohnen nebenan

Circa 15.000 Quadratmeter Freifläche entlang der A7 nutzt Burgwedel Biotech bisher nur zum Parken. Mit dem geplanten Bürogebäude wird sie deutlich näher heranrücken an die Anwohner der Raiffeisenstraße – auf der frei bleibenden Fläche dazwischen bleibt Platz für potenzielle weitere Gebäude. Verändern werden sich auch die Verkehrsströme, weil die bisherige Zufahrt für Lieferanten und Mitarbeiter Im Langen Felde überbaut wird. Das heißt: Dieser Verkehr rollt künftig durch die Raiffeisenstraße zum Impfstoffwerk. „Wir haben nicht das Geringste gegen die Leute, die dort wohnen“, sagt Geschäftsführer Fons Verhaegen. „Wir haben nur etwas dagegen, wenn sie etwas ändern wollen, so dass unsere Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt würden.“ Damit spielt der Manager darauf an, dass Bewohner ehemaliger Musterhäuser an der Raiffeisen- und Schulze-Delitzsch-Straße die Umwandlung des Gewerbegebietes in ein Mischgebiet anstreben. Der zuständige Fachausschuss hatte das im Februar abgelehnt, doch die Anwohner planen gerade einen neuen Anlauf.

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