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Laternen sind besser zu sehen

Großburgwedel Laternen sind besser zu sehen

Burgwedel macht weitere drei Schritte auf dem Weg zur inklusiven Stadt: reflektierende Laternenpfähle in der Fußgängerzone, eine Höranlage und eine rund um die Uhr geöffnete Behindertentoilette im Amtshof.

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Axel Düker (rechts) klebt die ersten Reflektorstreifen auf eine Laterne in der Von-Alten-Straße. Alexander Hoppe schaut zu.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Großburgwedel. Der sehbehinderte Alexander Hoppe ist dankbar: Vier der 20 Laternenpfähle auf der Von-Alten-Straße beklebte Bürgermeister Axel Düker nun eigenhändig mit reflektierenden Folien in Weiß und Rot, damit diese besser erkennbar sind. Bis Mittwoch, 23. November, sollen alle Laternen in Augenhöhe mit den Bändern versehen sein. Die Aufkleber weisen Sehbehinderte deutlicher auf die Hindernisse in der Fußgängerzone hin. Bislang war die Orientierung zwischen den kontrastarmen Laternenmasten schwierig. Insbesondere nach Einbruch der Dämmerung bestand die Gefahr, dagegen zu laufen. „Die reflektierenden Bänder weisen nun den Weg“, sagte Düker nach dem Anbringen der ersten Folien.

Damit ist ein Wunsch von Hoppe in Erfüllung gegangen. Seit fast zehn Jahren kämpft der heute 82-Jährige darum, dass diverse Hindernisse in Burgwedel markiert werden, damit diese für Sehbehinderte erkennbarer werden. „Schön, dass die Stadt das angegangen ist“, bedankte sich Hoppe beim Bürgermeister. „Wir sind auf Tipps angewiesen“, entgegnete der. Aber noch ist viel zu tun: Laut Hoppe müssten auch Metallpoller, Stufen und Absätze etwa auf dem Domfrontplatz gekennzeichnet und zudem Bedarfsampeln mit Audiosignal ausgestattet werden. Deshalb will die Stadt als Nächstes die Stufen mit weißer Farbe streichen. „Noch unklar ist, wie die Steinpoller auf der Von-Alten-Straße markiert werden“, erklärte Düker.

Nachgebessert hat die Stadt auch im Amtshof: Die behindertengerechte Toilette ist ab sofort rund um die Uhr geöffnet. Dafür hat die Stadt in der Zwischentür ein Schloss eingebaut, damit niemand unbefugt im Gebäude herumläuft. WC-Nutzer benötigen einen sogenannten Euroschlüssel. Dieser kostet 20 Euro und kann gegen Vorlage eines Schwerbehindertenausweises beim Club Behinderter und ihrer Freunde Darmstadt, Telefon (06151) 81220, bestellt werden. Der Schlüssel passt bundesweit in Tausende Schlösser auf Raststätten und in öffentlichen Gebäuden.

Wer schlecht hört, kann ab sofort im Veranstaltungssaal des Amtshofes besser verstehen. Dort hat die Stadt eine Höranlage in Betrieb genommen. Bei Kulturveranstaltungen und Ratssitzungen können sich Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit Lautsprecher mit Verstärker ausleihen und selbst regeln. Und Besucher mit Hörgeräten haben nun die Möglichkeit, mit einer sogenannten Induktionsschleife besser zu hören.

Von Katerina jarolim-vormeier

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