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Unbekannter Mann nutzt Postadresse mit

Großburgwedel Unbekannter Mann nutzt Postadresse mit

Ein Unbekannter hat sich bei einem Großburgwedeler eingenistet - zwar nur postalisch, aber möglicherweise mit kriminellen Absichten. Ein Einzelfall ist so etwas offenbar nicht.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Burgwedel. Wenn sich mal ein falsch adressiertes Schreiben in den eigenen Briefkasten verirrt, mag das nicht verwundern. Aber gleich vier Schreiben innerhalb weniger Wochen, auf denen als Adressat ein unbekannter Mann mit osteuropäisch klingendem Namen auftaucht und dazu die eigene Adresse? Das war Wolfgang Zerulla dann doch suspekt. „Ich bin mir relativ sicher, dass meine Frau und ich hier allein in unserem Reihenhaus wohnen“, sagt der Großburgwedeler mit einem Augenzwinkern.

Erst vor einigen Wochen hätten Stadt Burgwedel und Gebühreneinzugszentrale (GEZ) dem Unbekannten geschrieben - er habe die Briefe mit dem Hinweis auf die falsche Adressierung in einen Postkasten geworfen, sagt Zerulla. Jetzt habe der Postbote zwei Briefe eines Mobilfunkunternehmens gebracht. „Die habe ich ihm wieder mitgegeben“, so der Reihenhausbesitzer, der kriminelle Machenschaften vermutet und den Fall bei der Polizei angezeigt hat.

Als Tatbestand kommt laut Polizeidirektion einerseits ein Verstoß gegen das Meldegesetz infrage. Denkbar sei aber auch, dass es der Unbekannte auf Warenkreditbetrug anlege - indem er unter Angabe der falschen Adresse beispielsweise Mietwagen leihe oder ein Handy ergaunere. Das kann klappen, selbst wenn bei der Anmeldung ein echter Ausweis vorgelegt wurde: Wenn die Person aus einem Land stammt, das nicht mit deutschen Behörden kooperiert, gibt es wenig Handhabe. „Man kann mit einer falschen Wohnanschrift viel Schindluder anrichten“, sagt auch der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Großburgwedel, Ralf-Emil Bahn.

Tatsächlich liegt der Stadt für die Anschrift des Ehepaares eine weitere Wohnsitzanmeldung vor. Vereinzelt habe es Derartiges schon in der Vergangenheit gegeben, so die Auskunft. „Jemand kommt mit seinem Ausweis, und ich habe ihn anzumelden“, beschreibt eine Bürgerbüro-Mitarbeiterin die Regelungen des Niedersächsischen Meldegesetzes. Das werde sich allerdings zum 1. November ändern, wenn das neue Bundesmeldegesetz in Kraft trete. Dann sei auch eine Einverständniserklärung des Wohnungsgebers - im Normalfall also des Vermieters - für die Anmeldung erforderlich, so die Mitarbeiterin. „Die Mitwirkungspflicht des Vermieters bei der Anmeldung von Mietern wird wieder eingeführt, um Scheinanmeldungen und damit häufig verbundenen Formen der Kriminalität wirksamer zu begegnen“, heißt es dazu auf der Internetseite des zuständigen Bundesinnenministeriums.

Für Wolfgang Zerulla kommt die Novelle in jedem Fall zu spät, er hat jetzt die Zwangsabmeldung des Unbekannten beantragt. „Ich hoffe, dass die Leute, die ihr Geld nicht bekommen, Mahnungen schicken - und nicht gleich drei kräftige Burschen.“

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