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Großes Theater im Gymnasium

Burgwedel Großes Theater im Gymnasium

Wolfgang Grüne, Leiter der Theater AG am Gymnasium Großburgwedel, veranschiedet sich nach 30 Jahren Leidenschaft für die Bühne von Kollegen, Schülern und Publikum. Natürlich steht der Schauspiellehrer noch einmal auf der Bühne und natürlich ist es Goethes Faust in dessen Rolle er zum letzten Mal schlüpft.

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Doktor Faust (großes Bild, Wolfgang Grüne) verhandelt mit Mephistopheles (Matthias Heßbrüggen).

Quelle: Jürgen Zimmer

Großburgwedel. „Da steh´ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“ - sagt der Doktor der Philosophie, Juristerei, Medizin und Theologie Faust in seinem Studierzimmer im ersten Teil der gleichnamigen Tragödie des Großmeisters Johann Wolfgang von Goethe. Ein anderer Großmeister, Wolfgang Grüne, spielt selbst den „alten Faust“ in seiner letzten Inszenierung. Nach 30 Jahren beendet Grüne seine Arbeit in der Theater AG des Gymnasiums Großburgwedel: „Schule ohne Theater ist wie Suppe ohne Salz“, sagte der immer engagierte und hochmotivierte Pädagoge in einem Interview dieser Zeitung.

Zur Premiere am Freitagabend in der vollbesetzen Aula kamen zahlreiche ehemalige und derzeitige Lehrer-kollegen des 64-Jährigen und auch Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter.

Zum Abschied nun also zum dritten und letzten Mal: „Faust Erster Teil“. Kein einfacher Stoff, wie Goethefreunde wissen. Das meistgespielte Stück auf deutschen Bühnen teilt sich nicht nur in die Gelehrten- und Gretchentragödie; auch passen die einzelnen Elemente nicht ganzheitlich zueinander. „Wir wollen das Stück zum Zuschauer sprechen lassen und nicht die x-te Interpretation hinzufügen“, war der Anspruch.

Und wie das Stück durch die Akteure zu dem aufmerksamen Publikum sprach! Die drei Stunden reine Spielzeit vergingen viel zu schnell. Die Sechst- bis Zwölfklässler spielten mit wahrer Leidenschaft und fühlbarer Hingabe. Die Lehrer-Schauspieler standen dem nicht nach, so dass es eine wahre Freude war, der Handlung und den Dialogen zu folgen. Dazu kam das sinnliche Vergnügen, die Effekte und die einfallsreichen Bühnenbilder auf sich wirken zu lassen, deren geschäftigen Umbau die Zuschauer jedes Mal mit großem Vergnügen verfolgen durften. Der tief wirkende und stimmige „Soundtrack“ stammt von Johannes Grün, Musiklehrer am Gymnasium.

Die rund 50 Mitwirkenden nahmen den minutenlangen stehenden Beifall zufrieden und glücklich entgegen. Großes Theater in der Aula des Gymnasiums Großburgwedel.

Leider können an dieser Stelle nicht alle Akteure namentlich genannt werden - was sie zweifellos verdient hätten. Morgen, 24. November, besteht die letzte Gelegenheit, die „Burgwedeler Inszenierung“ von „Faust I“ zu erleben.

Von Jürgen Zimmer

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