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Grüße aus der kanadischen Wildnis

Großburgwedel Grüße aus der kanadischen Wildnis

Birgit Menge, ehemalige Wirtin des Marktkieker, betreibt heute eine Schau-Käserei auf Vancouver Island. Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller hat sie jetzt besucht.

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Horst Böhm (von links), Rolf Fortmüller, Birgit Menge und Sohn Jonas in der Schau-Käserei.

Quelle: privat

Burgwedel. Diese Freundschaft hält auch über 7900 Kilometer Luftlinie: Vor mittlerweile 16 Jahren ist die Großburgwedeler Gastronomin Birgit „Bibi“ Menge nach Kanada ausgewandert - doch der Kontakt per Telefon und E-Mail zum damaligen Nachbarn Rolf Fortmüller brach nicht ab. Jetzt besuchte der Großburgwedeler Ortsbürgermeister Menge und deren Mann Horst Böhm auf Vancouver Island. „Endlich hat’s mal geklappt“, sagt Fortmüller freudig, der am Sonnabend nach knapp zwei Wochen die Heimreise antrat.

„Es ist ein rustikales Leben in einer tollen Landschaft“, schildert Menge die Liebe zu ihrer mittlerweile längst nicht mehr neuen Heimat. Am Highway 4, einer beliebten Touristenstrecke auf der Insel an der kanadischen Pazifikküste, betreibt sie gemeinsam mit ihren Ehemann eine Schau-Käserei, in der sich Besucher die Erzeugnisse auch gleich schmecken lassen können - inklusive hausgemachtem Käsekuchen. Der Käseverkauf über den Großhandel ist das zweite Standbein für die Auswanderer, die 2013 die kanadische Staatsbürgerschaft angenommen haben.

Von 1977 an, als damals 21-Jährige, hatte Menge fast 22 Jahre lang den Marktkieker im Großburgwedeler Zentrum betrieben, kümmerte sich um Café und Hotel. Auch der Familienbesitz Menges Hof, heute das Hotel Kokenhof, dürfte vielen Burgwedelern noch ein Begriff sein. Ihr Mann Horst Böhm hatte den Ziegenhof in Großmoor gegründet, und er war auch die treibende Kraft hinter den Auswanderungsplänen. Über die Station Norwegen gewöhnte er seine Frau sanft an die nordische Landschaft. Ende der Neunzigerjahre verliebte sich dann auch Birgit Menge bei Urlaubsreisen im Wohnmobil durch Kanada in die weite, urtümliche Landschaft.

Mit ihrem damals sechsjährigen Sohn Jonas, der heute in der Metropole Vancouver Mechatronik und Robotik studiert, wagten sie schließlich den endgültigen Weg über den Atlantik. Auf einem naturbelassenen Grundstück, auf dem auch schon mal ein Schwarzbär auf der Treppe sitzt, errichteten sie mehrere Wohngebäude und dazu die Schau-Käserei. Im beruflichen Neuanfang mischten sich die Erfahrungen des Molkerei-Ingenieurs und der Gastronomin.

In der Käserei hängen heute Fotos mit Personen aus Großburgwedel, Fortmüller schlief im Gästezimmer unter einem Marktkieker-Bild. Beide Familien kennen sich bereits seit 1976, die Kinder der Nachbarn am Alten Markt spielten regelmäßig zusammen. „Und die gute Fortmüller-Wurst habe ich damals immer fürs Hotel gekauft“, erinnert sich Menge und lacht.

„Viele nette Freunde aus Deutschland besuchen uns hier“, sagt die Auswanderin. Bis auf die Sehnsucht nach der Wurst schwelgt sie aber wenig in Erinnerungen an die alte Heimat. „Ich finde das einfache Leben in der grandiosen Natur schöner.“

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