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Händler nutzen ihre Chance

Burgwedel Händler nutzen ihre Chance

Allen Unkenrufen über ein Dahinsiechen von Großburgwedels Einkaufsmeile zum Trotz: Die Von-Alten-Straße wirkt in diesen Tagen höchst dynamisch. Der Leerstand des früheren Rossmann-Marktes sei eine Durststrecke, die Eigentümer, Mieter, Stadt und Bürger gemeinsam überwinden könnten, meint der Vermieter.

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Bei den Händlern in der Innenstadt von Großburgwedel bewegt sich einiges.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Arabische Musik schallt durch die offene Tür des Cham-Marktes auf die Straße. Vor der kleinen Glastheke wählt ein älterer Herr mit Kennerblick selbst zubereitete Pasten und Oliven aus. Die Spezialitäten kennt er aus dem E-Center – aber seit Sonnabend haben Leyla Mohammed und Gazala Sedik ihr eigenes Geschäft im früheren Reformhaus Bacher. „Hier haben wir und unsere Familien viel Kraft und Zeit reingesteckt“, berichten die beiden Syrerinnen. „Herrlich für die Straße“, freut sich eine Kundin. Die Öffnungszeiten von 9 bis 21 Uhr findet sie beherzt.

Am anderen Ende der Von-Alten-Straße räumt Beatrix Rucht Säfte ins Regal des neuen Reformhauses Bacher. „Hier werden wir viel besser gesehen“, erklärt sie. „Wir haben nicht nur unsere Kunden mitgenommen, sondern viele neue dazugewonnen“, ergänzt ihre Kollegin Sigrid Timm. Die früheren Räume des Modegeschäfts Westmann wird Bacher sich ab Sonnabend mit einem Hörgeräte-Fachgeschäft teilen, das ebenfalls innerhalb der Straße umzieht. Grund waren die größeren und helleren Räume: „Als das Geschäft frei wurde, haben wir unsere Chance gesehen“, berichtet Inhaber Ansgar Stephan.

Vermieter Peter Kruse findet, dass er mit seinen Investitionen in die Westmann-Nachfolgelösung „einen guten Job gemacht“ habe. Zumal auch sein eigenes Ju.lie-Modegeschäft nebenan auf Anhieb gut angenommen werde. Bei der seit Jahresbeginn leer stehenden 400 Quadratmeter großen Rossmann-Filiale gestalte sich eine Lösung dagegen überraschend zäh. „Es ist nicht so, dass da keiner rein will“, sagt Kruse. Aber er wünsche sich, dass es ein Geschäftshaus bleibt.

Das käme auch dem bisherigen Vermieter von Hörgeräte-Stephan entgegen – je belebter die Von-Alten-Straße, desto besser. Sorge habe er aber nicht, keinen neuen Mieter zu finden, der seine Chance nutzen wolle. Getan hat dies Gregor Jänecke-Nimptsch im früheren Artlantique-Laden, in dem er im August die Weinhandlung Le Sommelier eröffnete. „Wir sind mit offenen Armen empfangen worden“, berichtet Mitarbeiter Leif Hergt. „Das hat all unsere Erwartungen übertroffen.“

SchreibChic zieht die Reißleine

In Großburgwedel begann es die Runde zu machen – am Dienstag hat Heidrun Pollmann es nun offiziell publik gemacht: Ihr Geschäft mitten auf der Von-Alten-Straße wird nach 26 Jahren zum Jahresende schließen. Am Sonnabend beginnt – pünktlich zur Automeile – der große Ausverkauf. Außer einem Riesensortiment rund um Büro- und Schulbedarf gibt es auf den zwei SchreibChic-Etagen von Geschenkartikeln und Wohn-
accessoires über schönen Kitsch bis zur Tischwäsche Tausende Einzelteile. „Es ist ein Jammer, das war das schönste Geschäft an der Von-Alten-Straße“, bedauert eine ältere Kundin. Die meisten Kunden zeigen aber Verständnis, dass Pollmann bei abnehmender Laufkundschaft und immer stärkerem Preisdruck durch Internet, Super- und Drogeriemärkte die Reißleine zieht, bevor sie rote Zahlen schreibt. Sie selbst ist gespannt, was nach SchreibChic für sie kommt – „etwas Neues auf jeden Fall“.

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