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Handharz nervt Nutzer der Vierfeldhalle

Großburgwedel Handharz nervt Nutzer der Vierfeldhalle

Zwischen Stadt und Drittliga-Handballern der Turnerschaft Großburgwedel (TSG) ist die Luft dick. Klebrige Rückstände des in der Sportart üblichen Handharzes überall in der Vierfeldhalle nerven die anderen Nutzer. Außerhalb von Punktspielen hat die Stadt nun den Einsatz des Klebers unter Strafe gestellt. Doch Training ohne Harz? Damit würde das sportliche Aus riskiert, warnt Trainer Jürgen Bätjer.

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An der Torkante klebt dick Harz.

Quelle: privat

Burgwedel. Die Fronten scheinen festgefahren. „Die Verunreinigungen sind unakzeptabel. Wir müssen die Spielregeln jetzt einmal richtig klarstellen“, zeigt Bürgermeister Axel Düker Kante. „Ohne Harz geht es nicht“, hält Trainer Jürgen Bätjer dagegen. „Die Mannschaft ist ein Markenzeichen der Stadt und Vorbild für 150 Jugendliche im Verein“, pocht Handball-Abteilungsleiter Karsten Hoppenstedt auf eine „friedliche Lösung“. Wie diese aussehen könnte? TSG-Gesamtvorsitzender Uli Appel weiß es nicht. „Ich hoffe, dass wir im Gespräch bleiben.“

Handballer beschmieren ihre Hände mit Baumharz, damit sie den Ball besser fangen, ihm einen Drall geben und ihn werfen können. Die Bälle hinterlassen das klebrige Haftmittel dann auf dem Hallenboden, an Geräten, Bänken, Türklinken, Lichtschaltern.

Das Problem gibt es landauf, landab, wo Handball gespielt wird - so auch auf der Ramhorst in Großburgwedel, wo die TSGer zusätzlich zu den 14-täglichen Punktspielen an vier Wochentagen kostenlos in der städtischen Vierfeldhalle trainieren. Nach anhaltenden Beschwerden gab es Mitte September einen Ortstermin mit Bürger- und Hausmeister sowie TSG-Vorstand. Anschließend verschärfte die Stadt die Nutzungsbedingungen.

Die Liste der Verfehlungen, die das Begehungsprotokoll den TSG-Handballern, anlastet, ist lang. Sie reicht von aufgebrochenen Schaltkästen, hinterlassenen Kronkorken, die auf verbotenen Alkoholkonsum schließen ließen, über die unerlaubte Lagerung von Reinigungschemikalien bis zu Panzerband auf dem Hallenboden und ist nicht zu Ende mit dem Hauptgegenstand des Ärgers: der unzureichenden Reinigung der Halle, sodass der Schulsport anschließend „massiv beeinträchtigt“ werde. Dabei seien Harzflecken auf der Kleidung der Kinder nicht mal das Schlimmste, sagt Düker, sondern die Verletzungsgefahren, die der durch Harz abgestumpfte Belag berge und für die er nicht zu haften bereit sei.

Die im Begehungsprotokoll als Kompromiss bezeichneten neuen Nutzungsbedingungen werden aus Sicht von Trainer Bätjer nicht dem Stellenwert gerecht, den sein Drittliga-Team für Burgwedel habe. Dass ab sofort nach Punktspielen montags um 5 Uhr Hallenboden, Bänke, Tore, Türen und alles weitere, das mit Harz in Berührung gekommen ist, gereinigt sein muss - „dazu werden wir unseren Beitrag leisten“, sagt er. Dass aber der im Spitzensport obligatorische Kleber fürs Training komplett tabu sein soll, bedeute für seine Mannschaft einen herben Wettbewerbsnachteil.

Gleichwohl droht die Stadt bei einem Verstoß gegen ihre Harz-Regeln nicht nur an, jedes Mal die Kosten einer Reinigungsfirma in Rechnung zu stellen, sondern auch 500 Euro Strafe sowie eine Sperre der Vierfeldhalle im Wiederholungsfall. Handball-Abteilungschef Hoppenstedt, bis 2004 mehr als 30 Jahre lang Bürgermeister von Burgwedel, bezweifelt allerdings, ob die Verwaltung überhaupt berechtigt ist, eine Geldstraße zu verhängen. Das Entscheidende sei aber: „Ist das der richtige Weg zu kommunizieren?“

Das „Unternehmen Handball“ genieße breite Akzeptanz, werde „Gott sei Dank“ durch Ehrenamtliche und Sponsoren getragen. Den eingestandenen Harz-Missstand abzustellen, sodass die Halle künftig nicht mehr klebt, werde die Handballabteilung nicht allein lösen können, sagt Hoppenstedt. Die Kosten für eine Reinigung fünfmal die Woche überforderten auch den Gesamtverein, sagt Appel, der auf weitere Gespräche hofft. „Zwischenzeitig sind wir nicht untätig“ - ein Ortstermin mit einer Reinigungsfirma sei vereinbart.

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