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Seine Liebe gehört dem Hastbruch

Wettmar Seine Liebe gehört dem Hastbruch

Hobby-Naturschützer Manfred Schumacher kennt im Hastbruch, dem großen Landschaftsschutzgebiet im Norden Burgwedels, jeden Zaunpfahl und erkennt Vögel an ihrem Flug. Seit Jahrzehnten streift er immer wieder durch die Wiesenlandschaft.

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Manfred Schumacher fotografiert im Hastbruch verschiedene Vogelarten.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Wettmar. Er ist in seinem Element: Kaum ein anderer kennt sich im Burgwedeler Hastbruch besser aus als Manfred Schumacher. Mittlerweile hat der 76-Jährige auf der größten Feuchtwiesenfläche der Region Hannover 176 verschiedene Vogelarten nachgewiesen. Davon sind seinen Aufzeichnungen nach 85 Brutvögel. In den Neunzigerjahren kartierte Schumacher die seltenen Vogelarten im Hastbruch für die Untere Naturschutzbehörde. Der Wettmarer hat rund 80 Prozent seiner Freizeit dafür geopfert. "Jeder muss mit Freude an die Sache herangehen, sonst wird es nichts", ist sich Schumacher sicher.

Dabei zeigt er auf eine Karte. Erkennbar sind helle und dunkle Flächen – stets abwechselnd. Für die dunklen Felder bestehen Bewirtschaftungsverträge mit den Landwirten, für die hellen nicht. "Deshalb nenne ich es Flickenteppich", sagt der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker und lacht. Diese Verträge mit den Bauern bestehen bis heute. Bestandteil ist, dass weniger Nutztiere auf den Wiesen weiden und die Landwirte wegen der Vogelbrutzeit später mähen. "Dafür erhalten die Landwirte eine kleine Entschädigung von der Region Hannover", erklärt Schumacher.

Mit dem Naturschutz ist Schumacher bereits als kleiner Junge vertraut gewesen. "Mein Vater hat mich immer in die Natur mitgenommen", berichtet der heutige Ruheständler. Aufgewachsen ist Schumacher in Osterode im Harz. Seit 1971 lebt er nun in Wettmar. "Zunächst musste ich mich auf dem flachen Land zurechtfinden", erinnert sich Schumacher. Sieben Jahre später begann er, sich im Burgwedeler Naturschutzbund zu engagieren. Anfangs musste sich die Nabu-Gruppe neu formieren. "Wir mussten erst herausfinden, was wir mit dem Hastbruch anfangen", erläutert Schumacher. Auch der damalige Landkreis Hannover wusste, dass es im Großraum Hannover dieses Gebiet gab, "aber was genau sich dahinter verbarg, wusste seinerzeit keiner so genau", sagt Schumacher. Stück für Stück lernte der Hobby-Naturschützer das 1657 Hektar große Gebiet kennen. "Heute kenne ich jeden Zaunpfahl mit Namen", verrät Schumacher.

Bei einer kleinen Rundfahrt durch den Hastbruch erkennt er die Vogelarten daran, wie sie fliegen. "Jeder Vogel fliegt anders", sagt Schumacher. Zu den seltenen Vögeln zählen zum Beispiel Große Brachvögel, Schwarzkehlchen und auch Watvögel. Um das Tierleben im Hastbruch zu dokumentieren, legt sich Schumacher auf die Lauer, um die seltenen Flieger fotografisch festzuhalten. Dabei legt er sich nicht auf eine Wiese, sondern bleibt ganz ruhig im Auto sitzen und wartet darauf, ungewöhnliche Schnappschüsse etwa von Kiebitzen, Graureihern, Gänsen und Feldlerchen zu schießen. Eindrucksvolle Fotos entstehen auch von der "Grabenrockertruppe" – so nennt Schumacher liebevoll die Frösche – oder den heimischen Rehen.

Mithilfe der inzwischen unzähligen Aufnahmen hat Schumacher eine Multimediashow zusammengestellt, die er ab und zu zeigt. Der 60 Minuten lange Streifen stellt die Landschaft und das Tierleben im Hastbruch vor. Früher hat er für den Nabu auch Führungen geleitet und war bei Arbeitseinsätzen für die Geräte zuständig. Mittlerweile konzentriert sich Schumacher auf seine Fotos und Filme. "Ich bin mit dem Gebiet sehr verbunden", sagt er.

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Typisch für den Hastbruch sind die feuchten Wiesen.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Von Katerina jarolim-vormeier

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