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Heidrun Schlieker erhält Lüttjepütt-Preis

Großburgwedel Heidrun Schlieker erhält Lüttjepütt-Preis

Für ihr langjähriges Engagement rund um die Vermittlung des Plattdeutschen ist die Großburgwedelerin Heidrun Schlieker am Sonntag in Bad Bevensen mit dem „Lüttjepütt-Preis“ der Sparkassenstiftung ausgezeichnet worden.

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Heidrun Schlieker zeigt ihre selbst gebaute, liebevoll bis ins Detail ausgetüftelte Kulisse, die sie beim Erzählen ihrer neuen plattdeutschen Kindergeschichte Grundschülern präsentiert.

Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Burgwedel. „Mit de Kinner arbeiten, dat is Heidrun Schlieker noch nich nuch. An verscheeden Steden maakt se praktische Fortbillen, dor wiest se Schoolmeister’s, Erzieher oder anner Lüüd de mit Kinner arbeiten woans dat kann mit Platt in de School, in’n Kinnergoorn oder annerswo“: In diesen Worten der Laudatorin und Autorin Renate Poggensee wurde bereits deutlich, welche Verdienste Schlieker für die niederdeutsche Sprache vorzuweisen hat: Sie gibt nicht nur Kindern ein Gefühl fürs Plattdeutsche, sondern auch Erwachsenen Tipps, wie sie die Kleinen fürs Plattdeutsche begeistern können.

Warum? Ganz einfach: „Plattdüütsch“ liegt ihr am Herzen - und das schon immer. Deshalb hat Schlieker vor neun Jahren begonnen, Kinderbücher - „Platt för Kinner un jung Lüüd“ - in der niederdeutschen Sprache zu schreiben und zu illustrieren.

„Plattdeutsch müssen Kinder in jungen Jahren lernen“, sagt die pensionierte Lehrerin aus Überzeugung. Und die Burgwedelerin hat reichlich Freude am Schreiben sowie Malen. Zudem erstellt sie Arbeitsmaterialien für Lehrer.

Bereits sieben Kinderbücher sind von der 72-Jährigen erschienen. Nun ist das achte in der Mache. Der Titel lautet „Snack, Snick und Botterlich“. Eigens um die Geschichte anschaulich zu erzählen, baute die Pensionärin eine Kulisse zu der Tiergeschichte. „Schnecke, Grashüpfer und Schmetterling“ erstellte Schlieker aus Styropor, Toiletten-Papierrollen, Kochlöffeln und Pfeifenputzern, gepaart mit farbenfrohen Stoffen. „Kinder müssen nicht Platt verstehen, sie verstehen das Spiel“, erläutert die Autorin und ergänzt: Alles sei Pädagogik - und ohne Anschauung gehe es nicht.

Die gebürtige Kielerin sprach zu Hause im allgemeinen Hochdeutsch, daneben aber mit den Eltern und ihren Großeltern oft Plattdeutsch. Obwohl das damals in der Öffentlichkeit verpönt gewesen sei, erklärt Schlieker. Später begleitete sie die niederdeutsche Sprache weiter: Mit ihrem ebenfalls aus Schleswig-Holstein stammenden Mann tauschte die stets zum Scherzen aufgelegte Frau so manchen „Snack“ aus, sang Lieder mit ihren Schülern und brachte sich viele kleine Gedichte und lustige Sprüche bei.

Kein Wunder, dass Schlieker in Bad Bevensen jetzt nicht nur einen Preis überreicht bekam, sondern bei der Tagung „Bämsen blifft bunt“ vor Autoren, Musikern, Wissenschaftlern und Freunden der plattdeutschen Sprache auch gleich einen Vortrag halten musste. Für sie mehr Kür als Pflicht - denn platt snackt sie zu gern.

Katerina Jarolim-Vormeier

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