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Hilfe aus Burgwedel kommt in Uganda an

Burgwedel Hilfe aus Burgwedel kommt in Uganda an

Antonia Heinrich ist zurück aus Afrika mit vielen Erfolgsgeschichten im Gepäck. Aber auch Bedrückendes hat die Vorsitzende der Brasilien- und Uganda-Hilfe bei ihrer Visite in den Hilfsprojekten gesehen. Für 2016 braucht der Hilfsverein der Burgwedeler St.-Paulus-Gemeinde Unterstützer.

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Antonia Heinrich begleitet Patenkinder auf deren Schulweg.

Quelle: privat

Burgwedel. Pennihah ist Designerin mit Bachelor-Abschluss. Just hat sie sich in Kampala selbstständig gemacht. In ihrer kleinen Handwerksfirma hat Antonia Heinrich 200 Rucksäcke produzieren lassen - mit dem Logo der Brasilien- und Uganda-Hilfe darauf. Deren Paten wie auch Einzelspender, Basareinnahmen und Sonderkollekten in der Pauluskirche machen es möglich, jungen Menschen in Uganda - vielfach Aids-Waisen - durch Bildung Hoffnung zu schenken auf ein besseres Leben im eigenen Land.

Pennihah ist dafür ein gutes Beispiel: Ihr Schulgeld inklusive Uniform und Mittagessen und die Hochschulgebühren hat ein Pate des Hilfsvereins getragen. Das gilt ebenso für Rita: Die junge Vorschullehrerin bildet sich gerade fort, damit sie ihr Einkommen, von dem auch Großmutter und Neffen leben, nicht weiter mit dem Sammeln von Plastik und Metall auf der Müllhalde aufbessern muss. Discjockey Jessy, der sich gerade aus Lehmziegeln ein Haus baut, ist ebenso ein Vorzeige-Patenkind wie Margaret, die angehende Zahnärztin.

29 junge Männer und Frauen haben bisher mithilfe der Brasilien- und Uganda-Hilfe die Uni durchlaufen, 13 studieren aktuell. 45 Jugendliche absolvieren ein berufliches Training, das 90 weitere schon hinter sich haben. „Die Patenschaften laufen toll“, bilanziert Heinrich, nachdem sie vier Universitäten und mehrere Schulen, aber auch das Zuhause vieler Kinder aufgesucht hat. Vielfach waren dies Ein-Raum-Katen ohne Strom und fließendes Wasser.

Mit 120 Unterstützern traf sich Heinrich bei einem großen Fest im Jugendzentrum, dessen Bau die Uganda-Hilfe vor fünf Jahren komplett finanziert hatte. Es wurde getanzt, gegessen - und die Rucksäcke aus Pennihahs Werkstatt wurden ausgeteilt - der Höhepunkt der Inspektionsreise.

Für 2016 hat der Hilfsverein sein Budget noch nicht beisammen. Einerseits versuchten die Schulen mit allen erdenklichen Mitteln, zu mehr Schulgeld zu kommen. Gestiegen seien aber auch die Uni-Gebühren, berichtet Antonia Heinrich. Auf keinen Fall aber könne man auf die laufenden Mädchenprojekte und freiwilligen HIV-Untersuchungen, die Aufklärungs- und Berufsorientierungskurse verzichten. Die Vereinsvorsitzende ist zuversichtlich, dass sich über die festen Paten hinaus weitere Unterstützer finden werden. In 22 Jahren habe der Verein „noch nie ein Kind rausgeschmissen“.

Der Verein Brasilien- und Uganda-Hilfe ist dringend auf Spenden angewiesen. IBAN: DE34 2505 0180 1050 2942 46, bei der Sparkasse Hannover (BIC: SPKHDE2H).

Büro in Kampala eröffnet

Der Hilfsverein der St.-Paulus-Gemeinde ist nicht der einzige in Burgwedel, der in Ostafrika auf Bildung setzt, um jungen Menschen eine Perspektive zu geben. „Education matters“, 2012 unter Vorsitz des Wettmarer Studenten Mark Ballandies gegründet, hat just in Kampala ein eigenes Büro eingerichtet. Im Internet hat der Verein auf edu-matters.org schon lange eine feste Adresse. Aktuell finanziert der Verein einen Neubau für die Divine Mission School in Kampala. Für deren Schüler wurden 2015 vier neue Patenschaften geschlossen – 40 Kinder werden nun unterstützt. Im Sommer wurde zum dritten Mal ein politisch-kultureller Austausch zwischen der Schule und einem Kinderheim in Tansania organisiert. Dort hatte Ballandies’ Freundin Nele Krüger aus Thönse ihren Freiwilligendienst absolviert. Möglich gemacht haben dies die Paten und Spenden – unter anderem von der Evangelischen Freikirche Freistil und vom Gymnasium in Großburgwedel, das 3250 Euro aus dem Erlös des Spendenlaufs „Run for better schools“ spendiert hat. Die NHZ ist nicht ganz unbeteiligt an der Entstehung von Education Matters. Ballandies hatte 2010 und 2011 fortlaufend in der NHZ über seinen Freiwilligendienst in Kampala berichtet. Nach der Artikelserie übernahmen 33 Menschen aus Burgwedel und Umgebung eine Patenschaft.

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