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Hille bleibt Naturschutzbeauftragter

Burgwedel Hille bleibt Naturschutzbeauftragter

Burgwedels Naturschutzbeauftragter ist - gemeinsam mit seinem Uetzer Kollegen - der dienstälteste der Region Hannover. Jetzt wurde Paul-Heinz Hille nach 30 Jahren für eine siebte Amtszeit berufen.

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Die Wiesen westlich des Pöttcherteiches in Großburgwedel stehen unter Wasser. Paul-Heinz Hille ist froh, dass dieser Bereich unbebaut bleibt.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Sein (Forst-)Haus stand fast mitten in Großburgwedel im Grünen. Als es 2004 abgerissen und der Amtspark vergrößert wurde, wechselte der Förster bis zu seiner Pensionierung 2012 ins Landwirtschaftsministerium. Hilles „Revier“ ist Burgwedel auf andere Weise trotzdem geblieben: Wenn es um den Naturschutz im Gebiet der Stadt geht, wird er - seit 1985 - von der dafür zuständigen Regionsverwaltung als unabhängiges Organ angehört. Auch in den Jagdbeirat hat die Region den 69-Jährigen erneut abgeordnet.

Die Aufgabenbereiche eines Naturschutzbeauftragten sind vielfältig: Sie beraten und unterstützen die Umweltverwaltung in allen Angelegenheiten des Naturschutzes und der Landschaftspflege, leisten Aufklärungsarbeit, helfen bei Kartierungsarbeiten und Gewässerschauen, sind dabei, wenn Naturschutzmaßnahmen in den Kommunen geplant werden.

Hilles fachlicher Hintergrund in Sachen Jagd, Forst- und Landwirtschaft ist wie gemacht für das Aufgabenspektrum. Für seine siebte Amtszeit wünscht er sich, stärker als bisher vor Ort in Burgwedel als Ansprechpartner in Anspruch genommen zu werden.

Der Naturschutzbeauftragte bekennt: „Es macht mich ratlos, wie wir mit den Resten unserer Landschaft umgehen, noch den letzten freien Acker an der A 7 einklemmen.“ Dass wenigstens bei der Entwicklung des Großburgwedeler Baugebietes Pöttcherteich ein Teil des grünen Feuchtlandes unangetastet bleiben soll, begrüßt er. Wer das Schutzgut Boden schonen wolle, müsse bei der Siedlungsentwicklung Freiräumen innerhalb der Ortschaften den Vorzug geben vor den Randbereichen. Hille: „Die Stadt hat hier große Verantwortung.“

Impulse würde der Großburgwedeler gern beim Thema Moore und Fließgewässer geben. Im Bereich des Oldhorster Moores und der Wulbeck wie auch im Bruch nördlich von Wettmar könnte er sich Vernässungsprojekte gut vorstellen - selbstverständlich mit einer Kompensation für die Landwirte. „Der Umgang mit den Schutzgütern Boden und Wasser wird in Burgwedel entscheidend von wirtschaftlichen Interessen bestimmt“, weiß Hille nur zu gut. Niemand wolle der Landwirtschaft die Geschäftsgrundlage entziehen, aber Naturschutz sei auch Klimaschutz. In puncto Würmsee vertritt der 69-Jährige einen klaren Standpunkt: Das Gewässer, das zu verlanden droht, meint er persönlich, sollte „sich in Würde zurückentwickeln dürfen“.

Und was sagt Jäger und Jagdbeiratsmitglied Hille zur Rückkehr des Wolfs? „Das ist eine natürliche Entwicklung, die wir zu akzeptieren haben, inklusive der jagdlichen Verluste.“ Andererseits sei es kein Tabu für ihn, „wenn man einen Problemwolf schießt“.

Vergangene Woche wurden die Naturschutzbeauftragten förmlich für die kommenden fünf Jahre ernannt. Hille erhielt im Regionshaus für seine langjährigen Dienste zudem ein Buch und eine Anerkennungsurkunde vom Regionspräsidenten. Umweltdezernent Axel Priebs dankte den ehrenamtlichen Expertinnen und Experten für die geleistete Arbeit und die Bereitschaft, ihr Wissen und ihre Zeit für den Naturschutz in der Region zur Verfügung zu stellen. Die Arbeit lohnt sich, meint Hille: Vieles sei gut gelaufen. Insbesondere in den Achtzigerjahren seien in Burgwedel zahlreiche Feuchtbiotope entstanden, die zwischenzeitlich Lebensraum geworden seien für seltene Tierarten wie Schwarzstorch, Kranich und Eisvogel.

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