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Eine Reise auf die ganze harte Tour

Burgwedel Eine Reise auf die ganze harte Tour

Ohne Geld in 80 Tagen um die Welt: Dieses Ziel hatten sich Paul und Hansen Hoepner aus Berlin gesetzt. Ob sie ihr Abenteuer erfolgreich zu Ende gebracht haben, das erzählten sie am Mittwochabend im ausverkauften Amtshof in Großburgwedel.

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Hansen und Paul Hoepner erzählen im Amtshof von ihrer Weltreise.

Quelle: Jürgen Zimmer

Großburgwedel. „Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld …“ sang einst Karel Gott in deutsche Wohnstuben und weckte unerfüllte Sehnsüchte. Erfüllt haben sich diese Kinderträume Hansen und Paul Hoepner aus Berlin. Allerdings wollten sie es sich nicht so einfach wie in dem Liedtext oder in der weit berühmteren Buchvorlage von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“ machen. Der Buchheld Phileas Fogg hatte stattliche 20 000 Pfund Sterling in der Tasche. Nein, die Zwillingsbrüder – Hansen ist fünf Minuten älter – wollten es auf die harte Tour.

Wie vor zwei Jahren, als die Brüder im Amtshof ihre Reise von 2012 vorstellten, die sie mit dem Fahrrad von Berlin nach Shanghai geführt hatte, war das Interesse riesengroß und der Saal rappelvoll. „Zwei um die Welt – in 80 Tagen ohne Geld“ heißt das Buch der beiden, das sie in einer „Lesung“ der Bücherei Großburgwedel vorstellten. Wie vor zwei Jahren wurde den Besuchern eine moderne Multimediashow geboten, jenseits einer klassischen Lesung. Mit tollen, musikalisch unterlegten Bildern und abwechslungsreichen, locker-umgangssprachlichen Kommentaren ließen Hansen und Paul Hoepner das Publikum an ihrer Reise optisch und akustisch teilhaben.

Ohne Geld um die Welt heißt aber nicht, dass sie keines brauchten. Schließlich waren alle Ozeane und Tausende von Kilometern über Land zu überwinden. Einen Teil wollten sie unterwegs mit selbst gefertigtem Schmuck zum Beispiel aus Kronkorken verdienen – Hansen ist Goldschmied. Und dann hofften sie und setzten auf die Hilfsbereitschaft aller Menschen in jedem Land, auf jedem Kontinent. Das Vertrauen der Zwillinge wurde belohnt. „Das war unsere größte Erfahrung. Über 1000 Menschen haben uns unmittelbar geholfen“, sagten sie. Manche, wie der Taxifahrer in Saarbrücken oder der Rentner in Kanada, fuhren sie Hunderte Kilometer weit mit ihren Autos. Kostenlos. Andere spendierten Essen oder Unterkunft. Aber so ein Trip kann nicht nach Plan verlaufen. Und die Uhr tickte. Die 80 Tage waren in Delhi um. Aufgeben? Die Versuchung war groß. Aber sie setzten sich ein neues Ziel: 100 Tage. Und kamen letztlich wieder in Berlin an. Mit unendlichen Erfahrungen im Gepäck.

Von Jürgen Zimmer

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