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Hoffmeister: 300-Kilometer-Radtour statt Vorsitz

Burgwedel Hoffmeister: 300-Kilometer-Radtour statt Vorsitz

Mit Vereinshuberei und Hierarchie hat es Dr. Uwe Hoffmeister nicht so. Wohl auch, weil es beim Laufclub Burgwedel eher familiär zugeht, gehören dem LCB heute achtmal so viele Mitglieder an wie vor 17 Jahren, als der Arzt zum Gründungsvorsitzenden gewählt wurde.

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Das blau-gelbe Trikot ist das Erkennungszeichen der Mitglieder des Laufclubs Burgwedel. Uwe Hoffmeister, bis Dienstag Vorsitzender des LCB, sucht seine sportlichen Herausforderungen mittlerweile im Fahrradsattel.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Beim LCB waren der Vereinsgründung im Juni 1999 Querelen zwischen einer Gruppe von 22 laufbegeisterten Leichtathleten der TSG und deren Vorsitzenden vorausgegangen. Schon vier Jahre später kam der junge Club dank einer ähnlich unzauberhaften Vorgeschichte unverhofft zu seiner Rennrad-Sportgruppe.

Dass der promovierte Frauenarzt und ausgebildete Sportmediziner Uwe Hoffmeister damals Verantwortung übernahm, war eigentlich kein Wunder. Schon vor seinem Umzug nach Burgwedel - in der Kernstadt praktizierte er von 1976 bis 2009 als Gynäkologe - hatte er beim Schwimmverein Langenhagen die Jugend betreut, selbst regelmäßig das Sportabzeichen abgelegt und auch reichlich eigene Lauferfahrung gesammlt. Des Doktors allererster Marathonlauf - mittlerweile sind es 43 - war geradezu historisch und führte ihn 1990 durchs Brandenburger Tor. Knie- und Hüftgelenkproblemen ist es geschuldet, dass er mittlerweile eher im Fahrradsattel Herausforderungen sucht.

Tatsächlich: Eine Ruhebank hat der mittlerweile 170 Mitglieder starke Laufclub Diestagabend seinem scheidenden Vorsitzenden kredenzt. Aber der 71-Jährige, der auch noch regelmäßig zwei Arztpraxen als Operateur unterstützt, wird bis auf Weiteres wohl ein sportliches Vorbild bleiben. Just hat er für das längste Jedermannrennen Europas, den Vätternrundan, die Startberechtigung erhalten. Die 300-Kilometer-Radrundfahrt in Schweden möchte er möglichst in weniger als zehn Stunden absolvieren. Vom anspruchsvollen Trainingsprogramm will er sich aber nicht daran hindern lassen, beim LCB eine neue Anfänger-Laufgruppe aufzubauen - für den Sportsmann ist das eine Investition in die Zukunft. „Wer in jungen Jahren so etwas einmal gemacht hat, kommt irgendwann im Leben wieder darauf zurück.“

Es gibt Dinge, die für den Club und seinen langjährigen Vorsitzenden so unverrückbar sind wie der alljährliche Volkslauf - vor allem dies: Alle sportlichen Angebote müssen vereinsoffen sein. „Jeder darf mitmachen, das darf nicht am Geld scheitern“, so umschreibt eine engagierte LCB-Weggefährtin Hoffmeisters Philosophie. Dabei hat der Verein seinen Mitgliedsbeitrag seit 1999 nicht ein einziges Mal erhöht. Noch immer beträgt er 13 Euro pro Jahr, obwohl der Club sein sportliches Angebot immer weiter differenziert hat. Neben Lauftreff und Nordic Walking gibt es die Rennrad-, Tourenrad- und Gymnastikgruppe. „Wir lassen keinen allein laufen“ - das soll auch in der Nach-Hoffmeister-Ära weiter gelten.

Von Martin Lauber

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