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Hoffnung auf legales Wohnen?

Großburgwedel Hoffnung auf legales Wohnen?

Die von einer Räumung bedrohten Bewohner der früheren Musterhäuser an Schulze-Delitzsch- und Raiffeisenstraße unternehmen einen neuen Anlauf, die Stadt Burgwedel doch noch zur Legalisierung des Wohnens im Gewerbegebiet zu bewegen. Bereits vereinbarte Termine mit der Bauaufsicht werden indes nicht wahrgenommen.

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Die Hausbesitzer haben nun einen Anwalt eingeschaltet, der sich mit einem Schriftsatz an Stadt und Region gewandt hat.

Quelle: Symbolbild

Burgwedel. Mit 13 der betroffenen zwei Dutzend Hausbesitzer, die nach Behördenmeinung illegal im Gewerbegebiet wohnen, möchte die Bauaufsicht der Region klären, wie es weitergehen soll. Zuvor hatte der Planungs- und Tiefbauausschuss der Stadt Burgwedel die Umwandlung des Gewerbegebietes in ein Mischgebiet abgelehnt. Unter anderem solle in den Einzelgesprächen über Auswohnfristen beraten werden, wie sie auch mit illegalen Dauerwohnern in der Kleinburgwedeler Würmsee-Siedlung vereinbart wurden, erklärt Regionssprecher Klaus Abelmann. Allein: Dass am Freitag die eingeladenen Gäste aus dem Gewerbegebiet nicht bei der Bauaufsicht erschienen, war nicht das erste Mal. „Sie scheinen alle darauf zu warten, wie die Stadt auf den Schriftsatz reagiert“, vermutet Abelmann.

Der besagte Schriftsatz liegt seit wenigen Tagen außer im Regionshaus auch im Burgwedeler Rathaus. Die Stadt ist der eigentliche Adressat, sie ist für die Bauleitplanung zuständig. Bürgermeister Axel Düker hat die 28 Seiten von einer Anwaltssozietät, die auf Verwaltungsrecht spezialisiert ist, als Wochenendlektüre mit nach Hause genommen. Die Verwaltung werde prüfen, ob sich neue Anhaltspunkte ergeben, sagt er.

Dem Vernehmen nach zieht der Anwohner-Anwalt andere Schlüsse aus dem Lärmgutachten, das im Auftrag der Stadt Burgwedel erstellt wurde, als deren Anwalt. Laut der schalltechnischen Untersuchung überschreitet der „Gesamtlärm“ der direkt angrenzenden A 7, der Bahnlinie und des ansässigen Gewerbes die zulässigen Orientierungswerte tagsüber wie auch nachts deutlich. Das war letztlich der Grund, warum der städtische Fachausschuss sich außerstande sah, das Wohnen zu legalisieren.

Tim Rittmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft der Anwohner, hat auf eine Anfrage dieser Zeitung bisher nicht reagiert. Im Internet-Blog des betroffenen Anwohners Karl Wilhelm Goebel wird er jedoch zu dem neuen Vorstoß zitiert: „Es gibt viele gute Bürgergründe, weshalb wir diesen Weg zur Wahrung unserer bisher nicht gewürdigten Interessen eingeschlagen haben. Über Einzelheiten möchte ich mich hier nicht äußern. Die hohe Anzahl der Seiten der Eingabe lässt viele Fakten erahnen. Unsere Anwälte sind trotz allem verhandlungsbereit.“

Ob es etwas zu verhandeln gibt, muss sich erst noch zeigen. Die Region weist darauf hin, dass die Firma Burgwedel BioTech - deren Vorvorgänger Wellcome seit 1967 am Langen Felde ansässig ist - Erweiterungsabsichten hege. Der zu erwartende verstärkte Lieferverkehr werde den Charakter eines echten Gewerbegebietes eher noch untermauern - keine günstige Voraussetzung für eine Umwandlung in ein Mischgebiet.

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