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Die Sirenen sind los im Amtshof

Burgwedel Die Sirenen sind los im Amtshof

Im Großburgwedeler Amtshof haben150 Zuhörer "Südliche Nächte" mit dem Damen-Salonorchester RheinSirenen erlebt.

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Die RheinSirenen (von links: Dorrit Bauerecker, Klavier/Akkordeon – Melanie Werner, Klarinette/Saxophon – Antje Haury, Bass – Gabriele Jülter, Schlagzeug – Verena Wittmann, Violine/Gesang – Barbara Lehner, Gitarre/Banjo) betörten im Großburgwedeler Amtshof fast alle der 150 Zuhörer.

Quelle: Jürgen Zimmer

Großburgwedel. In der griechischen Mythologie sind Sirenen weibliche Fabelwesen, die ihren betörenden Gesang einsetzen, um Seeleute anzulocken, die sie dann meuchelmorden. Wer vom Rhein stammt, kann mit der Loreley ein Lied davon singen – wie die fünf Musikerinnen aus Köln und Bonn, die am Mittwochabend im Großburgwedeler Amtshof auftraten. Ihre vornehmliche Passion allerdings ist das Musizieren.

Die sechs Frauen spielten „unplugged“, live und ohne Verstärkung, eine beschwingte Mixtur durch fast alle Genres. Damit lockten sie mehr als 150 Besucher in das diesmal gut gekühlte Konzerthaus. Elke Schmitzdorff-Listing, Kulturbeauftragte der Stadt, hatte das Damen-Salonorchester „RheinSirenen“ zum Sommerkonzert eingeladen. Diese hatten das passende Programm im Gepäck: "Südliche Nächte oder: Granada ist überall". Spanisch wurde es denn auch im Paso-Doble-Stück „Spanish Gipsy Dance“, in dem die ewig junge Carmen aus der Bizet-Oper nicht nur im klassischen Gewand verführte. Oder beim Schmachtfetzen „Granada“, der zur (mäßig witzigen) Parodie auf ein Uralt- Automodell von Ford umfunktioniert wurde.

Die klassisch ausgebildeten Musikerinnen spielen seit zehn Jahren in dieser Formation zusammen, und das hörte man. Bestens aufeinander eingespielt erreichten sie mit ihrer individuellen Klasse ein hohes künstlerisches Niveau. Übergangslose Wechsel von Klassik zum Swing oder Jazz; eben noch spanische Rhythmen und jetzt der Türkische Marsch von Mozart – das stiftete Verwirrung bei „Sirene“ Melanie Werner, die verzweifelt, samt ihrer Klarinette und Schmollmund, im Publikum untertauchte. Zickenkrieg im Salonorchester? Wer’s glaubt! Der Süden ist schließlich überall – und so ging es nach der Pause frisch mit George Gershwin weiter, bevor die Sirenen – leicht zu erkennen an den Sonnenbrillen – in Hollywood landeten, wo James Bond auf Miss Marple schießt, während am Horizont schon Charles Bronson sein Lied vom Tod anstimmt.

Tolle Arrangements, charmante Musikerinnen, gute Gesangseinlagen von Geigerin Verena Wittmann und Gitarristin Barbara Lehner und ein rundum dankbares Publikum. Fast. „Konzert mit einem Hauch von Kabarett war angekündigt“ - aber auch das will gelernt sein. „Steife Dialoge“ und „das war nicht wirklich locker“, fanden viele Besucher.

Von Jürgen Zimmer

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